Kreis Göppingen Gemeinsames Erlebnis unter den Sternen

Kreis Göppingen / STEFANIE SCHMIDT 11.08.2012
Survival-Tour und Übernachten unterm Sternenhimmel: Behinderte und nichtbehinderte Jugendliche erleben im Kornbergzeltlager des BDKJ gemeinsam das Abenteuer Natur.

Auf dem Kornberg gehen die Uhren anders: Im Zeltlager des Bunds der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) werden die Uhren zu Beginn der Freizeit um eine Stunde zurückgestellt. Diese "Kornbergzeit" passt besser zur Tagesstruktur in der Zeltstadt.

Um 9.30 Uhr Kornbergzeit sitzen die Jugendlichen am Donnerstag noch gemütlich im Freien beim Frühstück und decken sich am kleinen Buffet mit Wurst, Käse, Frühstücksflocken und Obstquark ein. Der Morgen fängt absichtlich so erholsam an, denn die vergangenen beiden Tage hatten es in sich: Am Dienstag stand eine "Survival"-Wanderung mit Isomatte und Schlafsack im Gepäck auf den Reußenstein an, wo die Teilnehmer grillten und anschließend die Nacht unter freiem Himmel verbrachten. Anstrengend sei die Wanderung gewesen und die Nacht etwas kalt, meint eine Jugendliche. "Aber im Freien unter den Sternen schlafen ist schon etwas Besonderes." Am nächsten Tag wanderte die Gruppe weiter nach Wiesensteig, wo die wohlverdiente Erfrischung im Freibad wartete. "Die Dynamik in der Gruppe ist ganz anders, wenn man zwei Tage zusammen unterwegs war", meint Betreuer Benedikt Dörrer. "Die Jugendlichen wissen, wir haben gemeinsam etwas geschafft." Heute stehe dagegen nichts mehr mit Bewegung auf dem Programm: "Manche Teilnehmer sind schon ziemlich platt." Dafür haben sich die Betreuer ein besonderes Geländespiel einfallen lassen, eine Mischung aus den Gesellschaftsspielen "Siedler" und "Risiko" unter dem Motto "Wir besiedeln den Kornberg".

Auch dieses Jahr sind wieder fünf Jugendliche und eine Betreuerin mit geistiger Behinderung mit von der Partie. Seit nun schon fast 15 Jahren ist das Kornbergzeltlager eine integrative Freizeit und kooperiert mit dem Göppinger Verein "Gemeinsam leben - Gemeinsam lernen": Kinder mit und ohne Behinderung verbringen ganz selbstverständlich ihre Ferien miteinander. "Alles redet von Inklusion", sagt Dominik Dörrer vom Betreuerteam, der unter anderem während eines freiwilligen sozialen Jahres schon Erfahrung in der Arbeit mit Behinderten sammeln konnte. "Bei uns ist das ganz normal." Bis zum vorigen Jahr wurde das Kornberg-Team bei der Betreuung der behinderten Kinder von externen Mitarbeitern unterstützt; dieses Jahr kommt die Betreuung aller Teilnehmer ausschließlich aus dem Team. Probleme gebe es nur sehr wenige, erzählt Dominik Dörrer: "Wir sind alle gut aufeinander eingespielt und das integrative Konzept wird von den Kindern gut mitgetragen."

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