Kreis Göppingen Gelbe Karte für Randalierer

Die "Gelbe Karte" soll die Jugendlichen dazu animieren, ihr Verhalten zu überdenken, erklärt Sandra Licht.
Die "Gelbe Karte" soll die Jugendlichen dazu animieren, ihr Verhalten zu überdenken, erklärt Sandra Licht.
Kreis Göppingen / INGE CZEMMEL 07.04.2012
Vertreter der Stadtverwaltung, des Landkreises und der örtlichen Polizeidirektion stellten gestern in der Grotte der Stadtbibliothek die gemeinsam getragene Initiative "Aktion Gelbe Karte" vor.

Der Führerschein - er verspricht Freiheit, Mobilität und Unabhängigkeit. Kein Wunder, dass es kaum Jugendliche gibt, die nicht der "Pappe" für Roller, Moped oder Auto entgegen fiebern. Fast niemand weiß jedoch, dass es im Straßenverkehrsgesetz den Paragrafen 2 gibt, der dafür sorgen kann, dass die heiß ersehnte Fahrerlaubnis Wunschdenken bleibt. Nämlich für diejenigen, die durch Gewaltdelikte, exzessiven Umgang mit Alkohol oder Drogenkonsum auffallen und von der Polizei an die Führerscheinstelle gemeldet werden. Diese prüft, ob Gefahr besteht, dass ein Bewerber aufgrund seines Verhaltens nicht verantwortungsvoll am Straßenverkehr teilnehmen kann und entscheidet, ob eine Fahrerlaubnis erteilt wird.

Nun wollen die Behörden nicht mehr erst dann reagieren, wenn es zu spät ist. Das Zeigen einer "Gelben Karte" soll Jugendliche zum Nachdenken und zur positiven Veränderung ihres Verhaltens veranlassen. Die Stadt, der Landkreis und die Polizeidirektion Göppingen greifen mit der Aktion "Gelbe Karte" auf das aus dem Fußball bekannte Warnsystem zurück und bauen damit auf Erfahrungen aus anderen Landkreisen auf. Vertreter der örtlichen Behörden verdeutlichten, wie das Prozedere in der Praxis aussehen wird.

"Nicht jede Schulhofhändelei wird der Führerscheinstelle gemeldet. Es gibt einen Katalog, in dem steht, was, wann gemeldet wird", erklärte Konrad Aichinger, Leiter des Polizeireviers Göppingen. Nach Prüfung der Situation fungiert die Führerscheinstelle als "Schiedsrichter" und entscheidet, ob eine Verwarnung fällig ist. Die Betroffenen erhalten per Post die Gelbe Karte und werden darauf hingewiesen, dass im Wiederholungsfall die "Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen" eingehend geprüft werden muss und weiteres Fehlverhalten die Fahrerlaubnis ernsthaft in Gefahr bringt. Die Leiterin der Führerscheinstelle Sandra Licht erklärte: "Die Botschaft ist: ,Pass auf! Überdenke dein Verhalten! Die Eltern erhalten parallel eine Benachrichtigung."

Ulrike Haas vom Referat Kinder und Jugend bei der Stadtverwaltung Göppingen machte deutlich: "Ziel der Aktion ist die Prävention. Die klare Botschaft ist: Vandalismus, Gewalt, Trunkenheit und Drogenkonsum bringen den Führerschein in Gefahr." Darüber zu informieren, dass es eine direkte Verbindung zwischen Fehlverhalten und dem Besitz des Führerscheins gebe, sei ein Akt der Fairness.

Plakate und Flyer sollen die Jungen Leute sensibilisieren. "Den Führerschein zu bekommen und zu behalten, ist für junge Leute immens wichtig", weiß Reimund Vater von der Polizeidirektion. Die Gelbe Karte gebe nicht nur Gelegenheit zur Aufklärung und Warnung, sie biete auch ein Instrument der Abschreckung an einer Stelle wos weh tue.

Info In Paragraph 2 Absatz 12 des StVg heißt es: Die Polizei hat Informationen über Tatsachen, die auf nicht nur vorübergehende Mängel hinsichtlich der Eignung oder auf Mängel hinsichtlich der Befähigung einer Person zum Führen von Kraftfahrzeugen schließen lassen, den Fahrerlaubnisbehörden zu übermitteln, soweit dies für die Überprüfung der Eignung oder Befähigung aus der Sicht der übermittelnden Stelle erforderlich ist.

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