Göppingen Geheime Gespräche ohne Goelz

Christopher Goelz erläutert die Gründe für seinen Rücktritt als Vorsitzender des Göppinger Technikforums.
Christopher Goelz erläutert die Gründe für seinen Rücktritt als Vorsitzender des Göppinger Technikforums. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / Dirk Hülser 14.06.2018
Der Vorsitzende des Technikforums erklärt seinen Rücktritt in einem Brief an alle Mitglieder des Vereins.

Nach dem Rückzug des Vorsitzenden des Göppinger Technikforums, Christopher Goelz, erläutert dieser seine Beweggründe in einem Brief an alle Mitglieder des Vereins.

Goelz setzt sich seit Jahren dafür ein, dass in der alten Boehringer-Gießerei ein Industriemuseum und eine Handwerksgasse eingerichtet werden, um so die Industrie- und Handwerksgeschichte des Filstals darzustellen. Der Verein besitzt etliche alte Maschinen vor allem von Boehringer, die derzeit in einer kleinen Halle auf dem ehemaligen Firmengelände gelagert sind.

Bei der Stadt, namentlich bei OB Guido Till, stieß das Engagement nicht auf ungeteilte Zustimmung, Till möchte in der Gießerei lieber eine Eventhalle etablieren, als Ersatz für die an das Unternehmen Kleemann verkaufte Werfthalle im Stauferpark.

Ende vergangener Woche gab der 53-jährige Goelz bekannt, sein Amt als Vorsitzender niederzulegen. „Das Anliegen, in Göppingen ein technisches Museum zu etablieren, ist so alt wie das Technikforum selbst, da es der ursprüngliche Vereinszweck gewesen ist“, schreibt Goelz an die Vereinsmitglieder. „Seit Februar 2006 kümmere ich mich intensiv um eine Realisierung.“ Die Boehringer-Gießerei sei vor allem auch wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zu Märklin und dem künftigen Märklin-Museum ideal. „Leider ist der Kampf gegen den Unwillen von OB Till keine einfache Aufgabe und erfordert viel Ausdauer und Kampfeswillen, zu dem ich grundsätzlich bereit gewesen bin“, meint Goelz.

Die anderen Vorstandsmitglieder des Vereins waren mit Goelz’ Linie offenbar nicht einverstanden. „Man wollte mir einen ,Schmusekurs’ mit dem OB verordnen und legte mir nahe, zukünftig meine Briefe dem Vorstand zur ,Überprüfung’ vorzulegen, damit sichergestellt ist, dass ich mich nicht im Ton vergreife und die Briefe auf einer ,sachlichen’ Ebene bleiben“, schreibt Goelz. Ihn ärgert zudem, dass er selbst seit langem das Gespräch mit der Verwaltung sucht, es aber nun hinter seinem Rücken ein Gespräch zwischen der Stadt und seinem Stellvertreter gegeben habe, zudem seien weitere Gesprächstermine vereinbart worden – ohne Goelz. Damit sei „die rote Linie überschritten“ gewesen, schreibt der Noch-Vorsitzende, der sein Amt zum 30. Juni niederlegt. Er bedauert den Schritt und glaubt, dass das Projekt Industriemuseum und die Möglichkeit, Industriegeschichte des Kreises zu präsentieren, „verloren gehen wird“.

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