Göppingen Gehbehinderte Göppingerin beklagt unsaubere Gehwege

Mit dem Rollator werden manche Wege zur Stolperfalle. Eine Seniorin beklagt sich über Zierobst, das nicht weggeräumt wurde.
Mit dem Rollator werden manche Wege zur Stolperfalle. Eine Seniorin beklagt sich über Zierobst, das nicht weggeräumt wurde. © Foto: Giacinto Carlucci
Göppingen / ELISA BÄSSLER 01.08.2015
Senioren mit Gehstock oder Rollator tun sich schwer mit unsauberen Gehwegen. Diese werden zur Herausforderung. Eine Göppingerin beklagt sich über Nachbarn, der Kreisseniorenrat sagt, das sei kein Einzelfall.

Würde jeder vor seinem Haus kehren, wäre der Fall von Maria Messer nicht passiert. Maria Messer ist 84 Jahre alt und wohnt in Göppingen, in der Nähe des Hohenstaufen-Gymnasiums. Freilich ist sie mit 84 Jahren nicht mehr so rüstig und geht mit Hilfe eines Gehstockes zum Einkaufen. Doch auch dieser konnte sie nicht davor bewahren auf des Nachbars heruntergefallenen Zieräpfeln und Wildkirschen auszurutschen und zu stürzen. Das nahm sie zum Anlass, sich einen Rollator anzuschaffen. Damit fühlt sie sich zwar sicherer, doch das Problem ist nicht gelöst. Denn das heruntergefallene Obst bleibt an den Rädern hängen und blockiert diese. Ein Weiterkommen sei so nicht möglich. Um dem Gefahrenpunkt auszuweichen, führt sie ihr Weg jetzt auch schon mal auf die Straße, wären da nicht die geparkten Autos. Da sei ein Durchkommen mit dem Rollator unmöglich. Ihren Beobachtungen zufolge, weichen selbst gesunde Menschen dem, wie sie es nennt "Unrat" aus und laufen auf der Straße.

Der Vorsitzende des Kreisseniorenrats, Dieter Roitsch, bestätigt, dass dies kein Einzelfall sei. Oftmals seien diese Hürden für die älteren Menschen eine echte Herausforderung, denen sie täglich begegnen. Doch am meisten ärgert ihn, dass die Leute den Rollator ohne die erforderliche Einweisung benutzen. Dafür gibt es, laut Roitsch, Kurse bei der Volkshochschule, in denen die richtige Anwendung des Rollators vermittelt wird.

Auch Tina Jungandreas von der Lebenshilfe kann das Problem von Maria Messer gut nachvollziehen: "Die meisten Probleme gibt es, wenn der Weg zu schmal für den Rollstuhl und den Rollator ist, oder die geparkten Autos das Durchgehen erschweren." Manchmal werden in einem solchen Fall die Nachbarn gerufen und diese melden es dann gegebenenfalls der Lebenshilfe. Die Mitarbeiter der Lebenshilfe schauen dann vor Ort nach und versuchen, das Problem unbürokratisch zu lösen.

Ein Schritt für die Zukunft wäre, wenn es kein öffentliches Gebäude oder auch privates Haus gebe, das eine Treppe als Eingang hätte, wünscht sich die CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Kreisbehindertenrings Jutta Schiller. Sie bemängelt die Höhe der Randsteine und sagt: "Die Menschen kommen nicht auf den Gehweg und laufen Gefahr, von einem Auto überfahren zu werden."

Die Landtagsabgeordnete schildert aber auch, dass sich der Göppinger Baubürgermeister und der Oberbürgermeister mehr um die Barrierefreiheit kümmern. Denn sie würden regelmäßige Begehungen durch die Stadt machen. Es sind nicht nur die Ämter, die aufgefordert werden, ihre Pflichten wahrzunehmen. Jeder Bürger trage Verantwortung für die Menschen um sich herum. Das fange damit an, dass Gehwege sauber gehalten werden und der Schmutz zeitnah entfernt werden solle, damit keine Fußgänger Gefahren ausgesetzt sind.

Wenn Nachbarn wissen, dass es einen Menschen gibt, der körperlich eingeschränkt ist, dann kann man fragen, ob man helfen kann, wünscht Jutta Schiller. Tina Jungandreas von der Lebenshilfe ist zudem wichtig: "Die Menschen sollen keine Scheu vor ihrer Behinderung haben und sie nicht ignorieren, denn es gibt sie."

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