Energie Gegen Rotoren im Staatswald

Windräder: Im Schurwald sorgen die Rotoren weiter für Zwist, eine Bürgerinitiative setzt nun auf den Landtag.  Foto: Giacinto Carlucci
Windräder: Im Schurwald sorgen die Rotoren weiter für Zwist, eine Bürgerinitiative setzt nun auf den Landtag. Foto: Giacinto Carlucci © Foto: Giacinto Carlucci
Winterbach / DIRK HÜLSER 11.10.2016

Machen Sie mal eine anständige Messung!“ Es war Eberhard Hottenroth aus dem Nassachtal, der gestern Vormittag in Winterbach den Energieriesen ENBW aufforderte, im Schurwald erst zu messen, bevor Windräder gebaut werden. Hottenroth  war einer von rund 100 Zuhörern, die ins Remstal in die Lehenbachhalle gekommen waren. Gastgeber waren fünf Mitglieder des Landtags-Petitionsausschusses, die sich nochmals die Argumente zweier Petenten anhörten: Einmal ging es um die Verpachtung staatlicher Waldflächen durch die Forstverwaltung an Windkraft-Investoren, zum anderen um einen Standort bei Manolzweiler, den die Antragstellerin ablehnt.

Die Petitionen wurden von Mitgliedern der Bürgerinitiative „Pro Schurwald“ eingereicht, jene mit der Nummer 15/05074 bezieht sich auch unmittelbar auf den Kreis Göppingen: Die Standorte GP01 (Kaisersträßle Adelberg), GP03 (Bundeswehrdepot Wangen) und ES02 (Sümpflesberg zwischen Büchenbronn und Baiereck) liegen auf Flächen, die von der staatlichen Forst BW verpachtet werden. Dazu heißt es in der Petition von Michael Haueis aus Lichtenwald:   „Verpachtung landeseigener Waldflächen: Die sofortige Einstellung aller Angebotsverfahren und Aufhebung der abgeschlossenen Pachtverträge.“

Haueis benötigte gestern doppelt so viel Zeit, wie ihm eigentlich zugestanden war, um seine Argumente vorzubringen. „Die Flächen werden meistbietend verramscht“, meinte er. Zum wiederholten Mal forderte er ein unabhängiges Gutachten zu der Thematik, denn „es kann nicht sein, dass dieselben Ministerien, die verpachten, entscheiden, ob die Verträge rechtmäßig sind.“

Vertreter des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums, von Forst BW, von ENBW waren ebenso gekommen, um Fragen zu beantworten, wie der Planungsdirektor des Verbands Region Stuttgart, Thomas Kiwitt, und Franz Uhl von Uhl Windkraft aus Ellwangen. Der trat dem Vorwurf entgegen, Investoren würden in windschwachen Gebieten wie dem Schurwald unrentable Windräder errichten: „Wir haben in 25 Jahren über 120 Windkraftanlagen gebaut und noch nie haben wir eine wegen Unwirtschaftlichkeit abbauen müssen.“

Bereits am 24. April 2015 hatte Haueis die Petition eingereicht, doch in der vergangenen Legislaturperiode war der Ausschuss zu keiner abschließenden Entscheidung gekommen. Diese fiel gestern auch nicht, laut der Vorsitzenden Beate Böhlen (Grüne) will das Gremium am 27. Oktober einen Beschluss fassen. „Der Ausschuss wird eine Empfehlung aussprechen, der Landtag entscheidet“, erläuterte Berichterstatter Karl Zimmermann (CDU) das Verfahren. Böhlen rechnet damit nicht vor Dezember.

120

Euro pro Monat gibt der Göppinger für xx aus.

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