Erinnerung Gedenktag für die Opfer des Naziregimes

Elendsgestalten erinnern an den Todesmarsch.
Elendsgestalten erinnern an den Todesmarsch. © Foto: Eberhardt
Göppingen / SWP 24.01.2019

Zum Gedenktag für die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes am Sonntag, 27. Januar, lädt die Stadt um 14 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung in die Schlossgartenanlage ein. Gedenkworte sprechen OB Guido Till sowie Schüler der Schiller-Realschule. Den Abschluss der Veranstaltung bildet die Kranzniederlegung mit stillem Gedenken. Umrahmt werden die Programmpunkte mit Liedvorträgen ebenfalls von Schülern der Schiller-Realschule. Zum Hintergrund: Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee befreit. Seit 1996 ist der Jahrestag aufgrund einer Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ein bundesweiter Gedenktag.

Um 17 Uhr am kommenden Sonntag findet im gerade wiedereröffneten Jüdischen Museum in der Alten Kirche Jebenhausen der Vortrag „Zwangsarbeit weiblicher KZ-Häftlinge für die WMF – Geislingen im Schatten von Auschwitz“ statt. Wie funktionierte das größte Frauenlager im süddeutschen Raum in Geislingen an der Steige? Wie wurde das Wachpersonal rekrutiert? Wie sah der Alltag der KZ-Häftlinge aus?

Die Autorin des kürzlich erschienenen Buches „Als das ‚Boot‘ zur Galeere wurde...“, Sybille Eberhardt, suchte Antworten auf diese Fragen in Interviews mit Zeitzeuginnen und umfangreichem Archivmaterial. Sie verleiht in ihrem Vortrag den im letzten Kriegsjahr in der WMF Geislingen zur Rüstungsproduktion eingesetzten jüdischen Zwangsarbeiterinnen aus Polen und Ungarn eine Stimme, zeichnet die Entwicklung des Frauenlagers bis zu seiner Auflösung ebenso nach wie den Anpassungskurs der WMF an die Kriegspolitik der Nazis. Schließlich erinnert sie daran, dass nicht alle Arbeitssklaven die mörderischen Lager- und Arbeitsbedingungen überlebten und nach dem Krieg in der israelitischen Abteilung des Göppinger Hauptfriedhofs beigesetzt wurden. Auf dem Bild sind die Elendsgestalten zu sehen, die an den Todesmarsch von Dachau an den Starnberger See erinnern, an dem die Geislinger Zwangsarbeiterinnen beteiligt waren. Sie wurden aus dem Lager Allach bis zum Bahnhof getrieben und dort in einen Güterwaggon verladen.

Info Der Eintritt für den Vortrag beträgt fünf Euro, ermäßigt vier Euro.

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