GEDANKEN ZUM SONNTAG: Heil werden

DIAKON I. R. UWE BÄHR, BRUDER KLAUS JEBENHAUSEN 04.02.2012

Die Gespräche über die Gesundheit gehören wohl zu den häufigsten Themen einer Unterhaltung. Diese Themenpalette steht nur kurz hinter den allseits beliebten Gesprächen über das Wetter und seine Kapriolen.

Für den Erhalt der Gesundheit hat unser Sozialsystem große Netze und Einrichtungen geschaffen. Der Wellnessbereich mit all den gesundheitsfördernden Einrichtungen - um ein Beispiel zu nennen - boomt seit vielen Jahren. So gesehen betrifft die Erzählung über die Heilung der Schwiegermutter des Petrus und der anderen Kranken aus dem Markus-Evangelium viele von uns ganz konkret und unmittelbar. Jesus, der Sohn Gottes, der von Gott gesandte Messias und Heiland, beginnt seine Mission nicht mit großen politischen oder theologischen Proklamationen, sondern einem Heilungswunder.

Die Heilungs-Wunder - wie immer wir sie auch unterschiedlich interpretieren wollen - sind Teil seiner konkreten Predigt und seines Ausweises: Da ist einer, der Macht hat, eine ganz andere Macht. Da ist einer, dem es um mich geht, dem Einzelnen, und nicht nur um ein großes Kollektiv. Gegenüber damals führen uns die Fortschritte von Wissenschaft und der medizinischen Technik heute an Grenzen, denn das Leben von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende ist schützenswert und muss verteidigt werden. In der Krankheit ist der Mensch gezwungen, über die eigene Existenz zu reflektieren. Er muss das Bild überdenken, das er sich von sich selbst gemacht hat, als er in Form und bei guter Gesundheit war. In der Krankheit erlebt der Mensch auf neue Weise seine Körperlichkeit und die Zerbrechlichkeit der menschlichen, kreatürlichen Verfassung.

Es kann sogar so weit kommen, dass er alles in Frage stellt: Wozu leben, wenn man doch sterben muss? Darum braucht gerade ein kranker Mensch auch geistigen Beistand und Ermutigung. Jesus führt uns die Heilung der Schwiegermutter "handgreiflich" vor Augen. Er ergreift einen Menschen zu dessen Heil. Heilung von Krankheit, die Teil unseres Lebens ist, will ganzheitlich das Heil des Menschen. Ihm selbst ging es in seinem Tun die zuvorkommende Liebe Gottes zu zeigen, die uns trägt. Wer Gott - seinen Schöpfer - an seiner Seite weiß - bewusst oder unbewusst - wird seine Lage besser meistern. Dass uns dieser Glaube an das Mitgehen und Mittragen Gottes gelingen möge, das wünsche ich Ihnen heute ganz besonders!