GEDANKEN ZUM SONNTAG: . . . und die Tulipan

PFARRER MICHAEL HAGNER, EV. KIRCHE RECHBERGHAUSEN 10.03.2012

Ich habe Tulpen gekauft. Tulpen in fröhlichen und warmen Farben. Die Tulpen lassen den Frühling erahnen. Nach dem langen Winter, mit den so kurzen und kalten Tagen, sehnt sich mein Auge nach Farben und Düften, die Wärme ausstrahlen. Das Auge wird so zum Sehnsuchtsfenster des Herzen.

Wir verdanken die Tulpen der Kultur des Mittleren Orients. Die Türken haben die Kultivierung dieser besonderen Blume von den Persern übernommen und vor nicht ganz 500 Jahren kam die Blume nach Europa.

Die Tulpe erzählt vom Frühling, vom Leben, das neu erwacht. Sie lässt mit ihrem Leuchten Hoffnung aufwachen. Paul Gerhardt besingt wohl auch darum ihre außergewöhnliche Schönheit: Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide. Nicht einmal die Seidengewänder des so reichen Königs Salomo vermögen mit der Schönheit der Tulpe zu konkurrieren.

Vielleicht schenken wir in diesen Tagen auch einmal einem anderen Menschen Tulpen, als Symbol für Hoffnung und neu geschenktes Leben. Wir brauchen die Hoffnung, dass Menschen uns liebenswürdig begegnen, auch wenn wir einmal nicht so liebenswert waren. Wir brauchen Hoffnung, um leben zu können. Sei stille in Gott und hoffe auf ihn, dichtet der Beter des 37. Psalms.

Gott öffnet mein Leben zur Hoffnung hin. Davon lebe ich und so wird die Tulpe zu einem Symbol für die Hoffnung auf Leben. Vielleicht, ja gewiss begegnet Gottes Güte gerade auch in den Menschen, die anderen Hoffnung schenken und manchmal auch eine Blume. Das kann das Geschenk einer Blume im direkten oder im übertragenen Sinne sein, mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort, mit allem, was Hoffnung auf Leben weckt.