Nach einer anderthalbtägigen Stilllegung durch die Lebensmittelüberwachungsbehörde Ende Oktober ist die Waldschenke in Donzdorf bereits seit über drei Wochen wieder in Betrieb und wird vom lokalen Publikum wie gewohnt besucht. Eine Maus lief beim Kontrollbesuch am 30. Oktober offenbar durch das Lager und war laut Betreiber Georg Kreuz der Auslöser für die Zwangspause. Vom Landratsamt nach Ablauf der Einspruchsfrist nun in einem öffentlichen Bericht erwähnte „Fraßspuren an Lebensmitteln“ seien nur an Kartoffeln in einem Eimer zu verzeichnen gewesen, der ohnehin schon „zur Entsorgung vorgesehen“ war. Der „mit alten Lebensmittelresten und Schmutz verunreinigte Fußboden“ sei gerade geputzt worden, als die Kontrolleurin kam.

Spätzle-Teller stand offen hinter der Küche

Zwar hätten im Lager hinter der Küche auch ein Teller mit frisch zubereiteten Spätzle sowie Einkaufskisten mit Karotten, Zwiebeln und Kraut gestanden, jedoch keine „Salate“ wie das Landratsamt sagt. Was am Bier beanstandet wurde, kann der Gastronom indes bis heute nicht so recht nachvollziehen: „Wir haben Fassbier, und die Leitungen gehen direkt vom Kühlraum zum Tresen“, so der Wirt.

Risiko durch Mäusekot

Möglicherweise definiert die Behörde allein die Anwesenheit von Mäusen als „ekelerregende Beeinträchtigung in Verbindung mit den hohen Kontaminationsrisiken durch Schadnagerexkremente“. Auf mehrfache Anfrage war am Donnerstag kein Zuständiger zu erreichen. Klar ist jedenfalls, dass Mäusekot laut Landratsamt „insbesondere auch umfangreich in der Küche“ vorgefunden wurde. Vor der Kontrolle habe die Waldschenke wegen Urlaubs fast drei Wochen leer gestanden, und in dieser Zeit hätten sich wohl Nager aus dem Wald eingeschlichen, sagt die Familie Kreuz, die offen mit dem Thema umgeht und auch dazu einlädt, sich einmal hinter dem Herd umzuschauen. Ein professioneller Schädlingsbekämpfer steht dem Team inzwischen zur Seite.