Integration Fußball überwindet Hindernisse

In der Turnhalle der Südstadt-Grundschule kommen Schüler und Zuschauer ins Schwitzen. Flink stürzen sich die Kinder auf den Fußball: Trainer Jochen Bauer kann gar nicht so schnell gucken.
In der Turnhalle der Südstadt-Grundschule kommen Schüler und Zuschauer ins Schwitzen. Flink stürzen sich die Kinder auf den Fußball: Trainer Jochen Bauer kann gar nicht so schnell gucken. © Foto: Staufenpress
Göppingen / Celina Sautter 08.02.2018

Erschöpfte, aber gleichzeitig strahlende Gesichter – das zeugt von einem gelungenen Vormittag.  Am Dienstag fand in der Göppinger Südstadt-Grundschule bereits der zweite Integrationstag statt. Zehn Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund, zehn deutschsprachige Kinder und zehn Flüchtlingskinder kickten gemeinsam unter Anleitung des DFB-A-Lizenz-Trainers Jochen Bauer und des früheren Regionalliga-Spielers Eleftherios „Lefti“ Avraam.

Das Integrationsprojekt – ausgehend von „jb fairplay“ – wurde 2015 von Jochen Bauer ins Leben gerufen. Er wollte schon immer mit Kindern zusammenarbeiten und das verwirklicht er nun mit seinem Fußball-Integrationsprojekt. „Die strahlenden Augen der Kinder, wenn sie Spaß haben – das macht mich glücklich“, sagt er. Vor einiger Zeit betreute er Fußballcamps in Australien, bei denen er die ersten multikulturellen Erfahrungen sammelte.

Bauer war am Dienstag das zweite Mal an der Göppinger Grundschule. Vor dem Training bekamen die Schüler ein Trikot eines Sportausstatters, das die Kinder behalten durften. Um neun ging das Spektakel los: Vier Mannschaften wurden gebildet, und jeder gab sein Bestes, seinem Team zum Sieg zu verhelfen. Der neunjährige Milan war ganz in seinem Element: „Es hat echt viel Spaß gemacht, und ich habe sogar ein Tor geschossen“, verrät er stolz. Das Projekt sei wieder einmal ein großer Erfolg gewesen. „Die Schüler konnten ihren Alltag vergessen, Kind sein und merken, dass sie genauso sind, wie alle anderen“, sagt Schulleiterin Brigitte Haneklaus. Das Uhinger Unternehmen EWS als Haupt­sponsor ermöglichte der Schule die spezielle Veranstaltung.

Am Ende des Vormittags besuchte Ex-Fußball-Profi Benjamin Kern, ein gebürtiger Uhinger, als Stargast die Kinder. Er stand für Fragen, Autogramme und Fotos zur Verfügung. Der Profi habe früher auch gemeinsam mit vielen unterschiedlichen Nationalitäten gespielt. „Deshalb hat mich das Projekt angesprochen, denn auf dem Fußballplatz gibt es keine Nationalitäten – da gibt es nur Spaß“, meint er. Ziel des Projektes ist ein wachsender Respekt gegenüber Kulturen und die Entwicklung von Sozialkompetenz. Und so brachte Jochen Bauer mit der Hilfe seines Teams, der Schule und der SG Jebenhausen-Bezgenriet 30 Kinder zum Strahlen.

Vor allem Sportlehrer Thorben Diez überzeugte den Initiator mit seinem Engagement. Er sei „Hauptverantwortlicher“ in der Planung gewesen, wie Jochen Bauer sagt. Ohne ihn wäre das Projekt an der Schule wahrscheinlich nicht zustande gekommen.

„jb fairplay“ will Kinder nachhaltig integrieren

Initiative Das Team von „jb fairplay“ sucht aktiv nach Partnern, um das Integrationsprojekt dann vor Ort zu veranstalten.

Kontakt Vereine, Kommunen oder Schulen, die Interesse am Projekt haben, wenden sich an jb@jb-fairplay.de.

Spende Es muss ein Hauptsponsor für das Projekt gefunden werden. Zehn Prozent des Betrags werden für die Nachhaltigkeit des Projektes gespendet.

Event Flüchtlingskinder und deutsche Kinder kommen zusammen, um mit Jochen Bauer zu trainieren. Für Fußbälle, Trikots und Verpflegung ist gesorgt.

Nachhaltigkeit Die Schule wird durch den Sponsor unterstützt, um das Projekt mit einem kontinuierlichem Training am Leben zu halten.

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