Es ist ein Konzept, das derzeit in aller Munde ist: sogenannte Coworking-Spaces. Das sind gemeinschaftliche Räume, in denen junge Kreative, Studenten, Freiberufler oder Hightech-Startups – über Branchengrenzen hinweg – zusammen arbeiten, sich gegenseitig inspirieren, austauschen und Wissenstransfer betreiben. Solche Einrichtungen sind längst nicht mehr die Domäne der angesagten Großstädte. Auch die Hohenstaufenstadt will sich nun an einem solchen Konzept versuchen. Der Gemeinderat hat diesen Coworking-Space auf den Weg gebracht.

„Dynamische Gründungskultur“

Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung hat das spezielle Konzept für die Teilflächen im Industrie- und Gründerzentrum (IGZ) erarbeitet. Dabei sind die verwendeten Vokabeln vielsagend: von „dynamischer Gründungskultur“, „lebendiger Community“ und einem „offenen Charakter der Räume“ ist die Rede. Diese lockere Atmosphäre soll auf zunächst 75 Quadratmetern in der ersten Etage des IGZ herrschen. Hier können bis zu zehn Arbeitsplätze eingerichtet werden, wie Christine Kumpf, Leiterin der städtischen Wirtschaftsförderung, erklärte. Der digitale Nomade, der nur einen Computer und gar keinen festen Arbeitsplatz braucht, soll hier auf Jungunternehmer oder Projektgruppen aus Firmen treffen. Durch den intensiven Austausch und die bewusst auf Gemeinsamkeit angelegte Atmosphäre können sie gemeinsame Workshops besuchen oder sich gegenseitig unterstützen und im Idealfall sogar gemeinsame Projekte angehen. Das ist das Grundkonzept des Coworking-Spaces.

Büroraum kann tageweise gemietet werden

Dabei ist es nicht so, dass Göppingen das Rad neu erfinden muss – in der Stadt und im Landkreis gibt es bereits mehrere Einrichtungen unter dem Etikett Coworking. Doch im Stauferpark sollen die Nutzer mehr als nur flexibel gemieteten Büroraum vorfinden. Hier kann man zwar sogar tageweise Büroraum mieten. Der Schwerpunkt soll im Stauferpark aber auf dem Schaffen einer Gemeinschaft liegen, der viel zitierten „Community“, wie Christine Kumpf verdeutlichte

Im zuständigen Ausschuss des Gemeinderats bekam die Idee schon bei der Vorberatung viel Lob von den Stadträten. Christoph Weber (Grüne) sprach von einer „Attraktion“, Susanne Weiß (FDP/FW) fand: „Das kann man nur unterstützen“, und Wolfram Feifel (FWG) meinte, das sei „genau der richtige Platz“. Armin Roos (SPD) zeigte sich „gespannt über die Ergebnisse“.

Wirtschaftsförderung kümmert sich um Akquise der Nutzer

Der Gemeinderat bewilligte für die Erstausstattung, die sich mit Lounge-Charakter und Schließfächern von herkömmlichen Büros abheben soll, 37 500 Euro und für den laufenden Betrieb  21 300 Euro. Leistungsfähiges Internet ist selbstverständlich. Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung kümmert sich um die Akquise der Nutzer und organisiert in einem eigenen Büro auch die Veranstaltungen und Betreuung. Dabei setzt die Stabsstelle nicht nur auf den eigenen Internetauftritt und Radiospots, sondern  auf das eigene weitverzweigte Netzwerk in Industrie, Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungsbranche, mit dessen Hilfe Nutzer gefunden werden sollen. Es haben sich bei verschiedenen Veranstaltungen bereits Nachfragen möglicher Nutzer ergeben.

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Start Los gehen soll der Betrieb im IGZ im September. Dann soll eine Art Probephase beginnen, die etwa eineinhalb Jahre dauern wird.

Organisation Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung gewinnt Nutzer und organisiert den Betrieb sowie Veranstaltungen in einem eigenen Büro.

Angebot Das Mietangebot ist flexibel gestaffelt und richtet sich nach den Bedürfnissen der Jungunternehmer. Das monatliche Preismodell beinhaltet einen festen Arbeitsplatz und mehrere Dienstleistungen für 180 Euro. Das Tagesticket mit Schreibtisch und Internetzugang soll 20 Euro kosten. Der Konferenzbereich ist werktags von 7 bis 20 Uhr geöffnet.