Kreis Göppingen Frost bereitet vielerorts Probleme

Kreis Göppingen / JAKOB KOTH CARLA SAURER 08.02.2012
Die derzeit eisigen Temperaturen machen dem Landkreis weiterhin zu schaffen. Es heißt wieder streuen, kratzen und schippen in und um Göppingen. Wie lange die Kälte anhalten wird, ist noch ungewiss.

Leichter Schneefall und frostige Temperaturen machten schon am Morgen einigen Fahrzeugen zu schaffen. Auf der Strecke zwischen Aichelberg und Mühlhausen blieben acht Lastwagen auf der sulzigen und glatten Fahrbahn hängen. "Durch die tiefen Temperaturen entwickelt das Streusalz nicht schnell genug seine Wirkung", erklärt Rudi Bauer, Pressesprecher der Polizei Göppingen. Das THW Gruibingen eilte mit zwei Bergungsfahrzeugen zu Hilfe und schleppte die Laster bis auf die Anhöhe bei Gruibingen. Auch auf der Gegenfahrbahn nach Aichelberg musste die Autobahn aufgrund einer Eisplatte kurzfristig gesperrt werden. Diese wurde von einem Bagger entfernt.

In der Göppinger Innenstadt kam es im Mörikepark zu Überflutungen, die sofort gefroren. Ursache: "Der Schieber, der die Wassermenge des Baches eigentlich regulieren sollte, ist defekt", erklärt Stadtsprecher Olaf Hinrichsen. Schon gestern Morgen wurden Teile des Parks abgesperrt, jedoch flutete das Wasser immer größere Abschnitte. "Obwohl wir sofort gestreut haben, besteht dort eine hohe Rutschgefahr", meint Olaf Hinrichsen kritisch. Der defekte Schieber wird voraussichtlich erst bei milderen Temperaturen repariert werden können. Bis dahin bleibt der Mörikepark gesperrt und ist nur auf eigene Gefahr hin betretbar. Für die Schüler des Mörike-Gymnasiums ist das Eis eine willkommene Abwechslung. Die gefrorenen Wege werden nun als Rutschbahn genutzt.

Wasser wird auch in der Baubranche benötigt. "Die meisten Baustellen im Kreis wurden zunächst einmal still gelegt bis die Temperaturen wieder milder werden", erklärt eine Sprecherin der Göppinger Bau-Innung. Wasser wird hauptsächlich für das Mischen von Beton benötigt. Dieser ist für Fundamentarbeiten unersetzlich. Sind die Temperaturen entsprechend niedrig, kann das im Beton enthaltene Wasser schon in den Pumpen gefrieren.

"Die Arbeiten an der Außenanlage der Seefrid-Kindertagesstätte wurden ebenfalls eingestellt", weiß Hinrichsen und bestätigt, dass es Baustopps bei Hochbau-Baustellen gibt. Nur in der Berggaststätte Hohenstaufen kann im Moment gearbeitet werden. "Die Außenanlagen müssen jedoch ebenfalls auf mildere Temperaturen warten", berichtet Hinrichsen.

Weniger Komplikationen treten hingegen beim Tiefbau auf. Hierunter versteht man Baustellen, die teilweise bis zu dreieinhalb Meter unter der Erdoberfläche stattfinden. "Diese Tiefe ist vom Bodenfrost verschont", erläutert der Pressesprecher und erklärt: "Dadurch, dass man weniger Wasser abpumpen muss, profitieren die Arbeiter sogar von der Kälte und die damit verbundene Trockenheit." In Göppingen gibt es zur Zeit nur eine Tiefbau-Baustelle an der Bahnhofstraße. Da dort kein Durchgangsverkehr ist, muss nicht asphaltiert werden, was bei der Kälte laut Hinrichsen gar nicht möglich wäre. Im Allgemeinen nehmen die meisten Bauunternehmen ihre Arbeit erst wieder bei milderen Temperaturen auf.

Anders als erwartet, sind Bestattungen durch die Kälte nicht eingeschränkt. Hier stellt man sich dem Frost mit moderner Technik. "Wir haben keine Verzögerungen auf Grund des frostigen Bodens", berichtet Hartmut Spengler, Leiter der Friedhofsverwaltung Göppingen. "Zur Zeit haben wir etwa 15 Zentimeter Bodenfrost. Probleme gibt es erst, wenn mehr als 30 Zentimeter der Erdoberfläche gefroren sind." Er blickt dem Winterwetter optimistisch entgegen und versichert, dass Beerdigungen ohne Verzögerungen stattfinden können.

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