Göppingen Frohlocken vor dem Spiegel

Göppingen / SABINE ACKERMANN 22.03.2013
Mit Johannes Warth ist dem Förderverein der Kaufmännischen Schule Göppingen abermals ein Glücksgriff in Sachen kurzweilige Unterhaltung gelungen.

Auch wenn das Multitalent Johannes Warth zu den angedachten 90 Minuten noch fast eine Stunde draufsetzte, war bei seinem Vortrag offensichtlich: "Absitzen funktioniert nicht mehr." Wobei damit keinesfalls seine "Sieben Schritte zum Erfolg" gemeint waren, denn diese marschierte er vor mehr als 600 Zuschauern zwar ohne Siebenmeilenstiefel, dafür aber mit Wortwitz, Pappkarton und Zeitungen kurzweilig ab.

Diejenigen, die ihre Arbeitszeit absitzen, erreichten rein gar nichts, macht der Trainer deutlich. "Denn nur wer sät, kann ernten, so ist Erfolg die Folge der Ernte." Mit Pfeil und Bogen zielt Warth auf eine brennende Kerze, unterstreicht damit bildhaft, dass neben einem klaren Zweck vor Augen man seinen Bogen immer spannen müsse und dabei die Unwichtigkeiten rechts und links des Zieles außer acht lassen. Zwar verfehlt er drei Mal, doch Johannes Warth wäre kein "Ermutiger" würde er sogar darüber nicht über Vertrauen und Frust philosophieren.

Ständig lebt der 52-Jährige vor, authentisch zu bleiben und die Kommunikation miteinander zu nutzen, selbst wenn man dabei andere Wege einschlagen müsse. Landestypische Weisheiten und Glaubenssätze wie "Des goat net" oder den "erzieherischen" Lieblingssatz seiner Mutter, "Was saget bloß dLeit?", sollten nicht nachgebetet werden. Dabei hält der bekennende Oberschwabe große Stücke auf seine Familie, allen voran seine mittlerweile 86-jährige Mutter, die selbst in diesem Alter noch den Mut hatte, etwas Neues anzufangen.

Selten wurde die recht einfache Basis des Erfolgs so amüsant und spannend vermittelt. Immer in Bewegung, mit vollem Körpereinsatz und komödiantischem Geschick jagt ein Wortspiel das Nächste, wobei Johannes Warth mal mit Tiefsinn, mal simpel-genial, aber stets prägnant zum "Vordenken" anstatt zum "Nachdenken" animiert. Als "Zerpflücker" deutscher Begriffe entlockt er neue Bedeutungen: "Allgemein ist ein Simpel ein einfältiger Mensch, aber einem Ein-fäll-tigen fällt etwas ein", argumentiert er. Sogar beim morgendlichen Gang ins Bad rät der adrett gekleidete Entertainer zum "Motivations-Frohlocken": "Gefällsch mir". Denn, "blickt man in den Spiegel, sehen wir uns für ein paar Sekunden, Ihre Mitmenschen aber den ganzen Tag". Mutig und stets positiv durchs Leben gehen und dabei immer authentisch und aufrichtig zu bleiben, das sei der Garant für den Erfolg.