Göppingen Frisch Auf im Dialog mit den Fans

Göppingen / Andreas Böhringer 18.07.2018
Beim Fan-Dialog waren die Verantwortlichen von Frisch Auf um Aufbruchstimmung bemüht. Manche Fans äußerten sich sehr kritisch.

Über zwei Stunden nahmen sich die Vertreter von Frisch Auf Göppingen am Montagabend Zeit für ihre Ausführungen und beantworteten geduldig die vielen Fragen der Anhänger, die für einen vollen Nebenraum in der Frisch-Auf-Vereinsgaststätte sorgten. Für den Handball-Bundesligisten standen der neue Trainer Hartmut Mayerhoffer, der Sportliche Leiter Christian Schöne, Vereinspräsident Thomas Lander sowie Peter Kühnle, stellvertretender Geschäftsführer, Rede und Antwort. „Wir wollen dieses Fan-Gespräch durchziehen und es ist wichtig, mit Euch in Dialog zu treten“, sprach der Präsident die Anhänger direkt an und stellte wie seine Vorredner die Bedeutung der Fans für den Erfolg heraus: „Es ist wichtig, an einem Strang zu ziehen.“ Dabei müsse die Mannschaft nach zwei zehnten Plätzen in Vorleistung treten, ergänzte Christian Schöne: „Das Team ist in der Bringschuld, der Funke muss vom Feld auf die Ränge überspringen.“

Die Sätze der Vereinsvertreter zielten betont auf die Zukunft ab, der Blick war klar nach vorne gerichtet und es sollte Aufbruchsstimmung erzeugt werden, was aber nur teilweise gelang, denn vielen Zuhörern brannten die Geschehnisse der vergangenen Saison mit zwei Trainerwechseln unter den Nägeln. Es war offensichtlich, dass das abgelaufene Spieljahr und die Trennung von Dr. Rolf Brack viele Anhänger nach wie vor beschäftigt. In der ersten Frage ging es denn auch direkt um diese Thematik und ein Fan erkundigte sich, was die Saisonanalyse ergeben hatte: „Warum ist so viel schief gelaufen“, wollte er wissen und ob Brack als Sündenbock herhalten musste. „Es macht keinen Sinn, eine Person zum Sündenbock zu machen“, erwiderte Peter Kühnle und meinte, dass „jeder seinen Anteil“ an den Fehlentwicklungen habe und Fehlentscheidungen getroffen wurden. Der Trainerwechsel war für Kühnle alternativlos.

Die unterschiedlichen Sichtweisen zwischen einem Teil der Fans und dem Management des Klubs waren offensichtlich. Hartmut Mayerhoffer wird diese Risse kitten müssen, denn der neue Coach erhielt viel wohlwollenden Applaus, kam mit seiner offenen Art direkt gut an („Sagen wir Du, das ist einfacher“) und könnte sich zum Sympathieträger ent­wickeln.

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