Göppingen / HARALD BETZ  Uhr
Der Start in die Bundesliga-Saison ist den Frisch-Auf-Handballern völlig misslungen: Beim 23:34 gegen Hannover gab es Pfiffe in der EWS-Arena.

Schlimmer kann eine Bundesliga-Saison nicht beginnen. Die Frisch-Auf-Handballer bekamen bei der 23:34 (11:17)-Niederlage gegen die TSV Hannover-Burgdorf keinen Fuß auf den Boden, geschweige denn die Hände richtig an den Ball und blamierten sich vor 4400 Zuschauern in der EWS-Arena bis auf die Knochen. Häme und Spott ließen nicht lange auf sich warten. Die ersten Pfiffe gab es schon nach einer Viertelstunde beim deutlichen 5:12-Rückstand, die Diskussion um das mögliche Harz-Verbot in der Zukunft reizte viele Fans zur  provokanten Frage: „Hat Frisch Auf heute schon ohne gespielt?“ – zu viele Pässe und Würfe verfehlten ihr Ziel, der Verdacht lag nahe, die klebrige Masse, die das Ballgefühl verbessert, habe der Hausmeister den Grün-Weißen vor dem Anpfiff  weggenommen.

„Das war ein schwarzer Tag für Frisch Auf und vielleicht das schlechteste Heimspiel seit Jahren“, befand Aleksandar Knezevic nach der Demütigung über 60 Minuten. Der Sportliche Leiter der Göppinger hatte auf der Auswechselbank mit dem völlig konsternierten Trainer Magnus Andersson die Pleite nicht aufhalten können. „Es ist am ersten Spieltag passiert, wir haben noch genug Zeit, es wieder gut zu machen und die Saison zu retten“, versuchte Knezevic nach vorn zu blicken.

Doch die Frisch-Auf-Fans waren erst einmal bedient. In Scharen wanderten sie vorzeitig ab, wollten das spielerische Armutszeugnis auf dem Parkett  nicht bis zum Schluss betrachten. Während die Heimmannschaft ihre Ehrenrunde vor fast leeren Rängen pflichtgemäß absolvierte und anschließend in die Kabine flüchtete, genoss der Ex-Göppinger Kai Häfner den Rummel um seine Person. Der Gmünder  in Diensten der Niedersachsen hatte mit acht Toren großen Anteil am Auftaktsieg der Gäste, der Bronzemedaillen-Gewinn mit Deutschland bei den Olympischen Spielen in Rio machte den Linkshänder für die meist jugendlichen Autogrammjäger noch attraktiver. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben diesen Schwung über das ganze Spiel mitgenommen“, freute sich Häfner, zeigte sich aber auch überrascht über das deutliche Resultat. „Göppingen ist ja eigentlich bekannt für seine Heimstärke, aber gerade am ersten Spieltag einer Saison weiß man nie, wie es läuft“, philosophierte der 27-Jährige an alter Wirkungsstätte.

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