Holzheim / Von Simon Scherrenbacher  Uhr
Nach dem schlimmen Wasserschaden im Holzheimer Freibad ist die Zukunft offen. Die Mitglieder sollen entscheiden. Der Verein hofft auf Hilfe.

Der Schock sitzt immer noch tief: „Die ganze Technik ist defekt, die Pumpen, die Dosierung – einfach alles. Das ist auf die Schnelle nicht erneuerbar.” Markus Missler ist die Enttäuschung anzuhören. Er ist beim TV Holzheim für die Liegenschaften zuständig und damit auch für das Freibad, das ebenfalls im Besitz des Vereins ist. Vier Tage vor der geplanten Eröffnung am 2. Juni war der gesamte Technikkeller mit Wasser vollgelaufen, der Verein musste den Start in die Saison absagen.

Freibad in Holzheim: Becken gestrichen, Unkraut gejätet, Spielplatz überprüft

„Alles war fertig”, seufzt Missler. „Wir haben den Rasen gemäht und das Becken gestrichen, damit die Gäste ein sauberes Bad haben.” Allein mit dem Unkraut jäten waren 15 Leute drei Tage lang beschäftigt, und fünf weitere TV-Mitglieder strichen einen ganzen Samstag lang das Becken. Auch die Überprüfung des Spielplatzes und die Verlegung neuer Wege stand auf der Liste der Vorbereitungsmaßnahmen. Alles ehrenamtlich, versteht sich – und leider alles auch umsonst, wie sich Ende Mai herausstellte. „Das war vergebene Liebesmüh’“, bedauert Markus Missler. „Kurz vor dem Ziel wurde uns der Stecker gezogen.“

Wer in Ulm und Region baden gehen will, der hat eine große Auswahl an Seen und Freibädern – und ausgezeichnete Wasserqualität. Hier alle Infos und Tipps sowie eine Karte mit Bademöglichkeiten.

Besucherin findet Schließung des Freibads furchtbar

„Furchtbar” findet auch eine regelmäßige Besucherin die plötzliche Schließung des Freibads. Die 36-Jährige hat auch ihre Kindheit und Jugend dort verbracht und sogar ihren späteren Mann dort kennengelernt. Ihr Vater pflanzte die Bäume, und heute verbringt hier ihr Nachwuchs im Alter von einem bis fünf Jahren jede freie Minute: „Jeder kennt hier jeden. Ich kann in Ruhe schwimmen, weil mal der eine und mal der andere nach den Kindern schaut. Im Göppinger Freibad geht das nicht, dafür ist das viel zu groß.”

Erneuerung der Technik wird sechsstelligen Betrag kosten

„Man kriegt Tränen in den Augen, wenn man an die Kinder denkt oder auch an die Senioren, die sich dort jeden Vormittag getroffen haben”, bestätigt Markus Missler. „Unser Freibad hat einen ganz besonderen Charme, da steckt viel Herzblut drin.” Und wie geht es jetzt weiter? Noch vor den Sommerferien will der TV eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, auf der ein gemeinsamer Beschluss zur Zukunft des Freibads fallen soll: „Das können wir im Vorstand nicht einfach entscheiden.”

Es geht voran an den Barbarossa-Thermen. Die Leistungen für Trockenbau und Decke noch nicht vergeben.

Fest steht schon jetzt, dass für die Erneuerung der Technik ein Betrag im unteren sechsstelligen Bereich fällig wird: „Das macht man nicht so nebenher. Wir sind in jedem Fall auf Unterstützung angewiesen, sowohl von Sponsoren als auch unter Umständen von der Stadt Göppingen.” Der TV Holzheim betreibe das Freibad zwar, nutzen würden es aber nicht nur Vereinsmitglieder, sondern Menschen aus dem ganzen Stadtbezirk und darüber hinaus.

Hoffen auf Sponsoren

Eine notdürftige Reparatur, um den Betrieb schnell wieder aufnehmen zu können, kam für den Vorstand nicht in Frage: „Es ist nicht absehbar, was noch kaputt gehen könnte”, so Missler. „Das Bad ist schon in die Jahre gekommen.“ Für die Perspektive, es noch zehn Jahre oder länger weiter betreiben zu können, zieht er eine „große Lösung“ vor. Seine Hoffnungen ruhen jetzt ganz auf großzügige Sponsoren und Spendern – und die vieler anderer Besucher des Holzheimer Freibads vermutlich auch.

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Im Göppinger Kreisgebiet gibt es derzeit (Stand: 21. Juni) insgesamt 66 Ladesäulen. Allerdings haben noch nicht alle Gemeinden auf die Anfrage des Landratsamts geantwortet.

Das Holzheimer Freibad – ein Exot

Der TV Holzheim betreibt ein eigenes Freibad.

Die Rettungsschwimmer für die Badeaufsicht stellt die Schwimmabteilung des Vereins.

Der Betrieb ist laut Verein nur möglich, wenn die externen Kosten so gering wie möglich gehalten werden.