Das Drama um das Freibad in Holzheim, das wegen technischer Probleme in diesem Sommer überraschend nicht öffnen konnte, nimmt eine positive Wende: Eine außerordentliche Hauptversammlung des Turnvereins, dem Betreiber, beschloss am vergangenen Freitag, die Technik für rund 218 000 Euro instand setzen zu lassen. Seine erwachsenen Mitglieder beteiligt der TVH an der Finanzierung mit einer Einmalzahlung in Höhe von jeweils 35 Euro, wie aus einer Pressemitteilung des Vereins hervorgeht.

Als einen „Meilenstein der Vereinsgeschichte” bezeichnet Pressewart Hans Hohlbauch die Versammlung, die Finanzvorstand Jochen Grund am Freitag einberufen hatte. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland immer mehr Freibäder schließen müssten und deshalb immer weniger Kinder die Chance hätten, schwimmen zu lernen, hätten die Mitglieder über den Fortbestand des Holzheimer Freibads lange und ausführlich diskutiert: „Die Marke TV Holzheim und der Sportverein mit eigenem, familienfreundlichen Freibad stand zur Debatte.“

Technikkeller war mit Wasser vollgelaufen

Der für Liegenschaften zuständige Vorstand Markus Mißler erklärte das Sanierungskonzept. Demnach fließen die 218 000 Euro in den Ausbau der bestehenden Technik, einen neuen Frischwasseranschluss, eine neue Elektroinstallation und Gebäude für die Steuerungstechnik. Vier Tage vor der geplanten Eröffnung am 2. Juni war der gesamte Technikkeller mit Wasser vollgelaufen, nachdem die Mitglieder tagelang mit der Vorbereitung wie dem Streichen des Beckens sowie Rasenmähen und Unkraut jäten beschäftigt waren. In der Diskussion sei deutlich geworden, so Hohlbauch, dass der Verein ein Marketing- und Sponsoring-Konzept mit vier Säulen erarbeiten muss. Es soll neben den Mitgliedern auch den Freundeskreis des Freibades einbeziehen. Darüber hinaus möchte der TVH externe Sponsoren und befreundete Vereine einbinden, einen runden Tisch mit Kommunal- und Landespolitikern einberufen und öffentliche Mittel aus Bundes- und Landesprogrammen abrufen. Grünen-Landtagsabgeordneter Alexander Maier, der ebenfalls zu der Versammlung gekommen war, teilte mit, bei der Landesregierung bereits wegen einer möglichen finanziellen Unterstützung angefragt zu haben.

Sobald Finanzierung gesichert ist, werden Aufträge vergeben

„Nach einer ausführlichen, sachlichen Diskussion” hätten die 131 anwesenden Mitglieder den Beschlussvorschlag des Vorstandes bei nur wenigen Enthaltungen und keinen Gegenstimmen angenommen, heißt es in der Pressemitteilung.

Neben der Einmalzahlung über 35 Euro von jedem über 18-jährigen Mitglied beschloss der Verein damit auch, dass der Vorstand darlegen muss, in welcher Höhe Eigenmittel für die Renovierung zur Verfügung stehen und in welcher Höhe er ein Darlehen aufnehmen kann. Sobald die Finanzierung gesichert ist, können die zur Sanierung der Technik nötigen Aufträge vergeben werden.

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