In Apulien am Wasser geboren – da sei es doch klar, dass das Wasser in all seinen Zuständen etwas Faszinierendes habe, sagte Giacinto Carlucci, den man als NWZ-Fotografen „Gia“ kennt, bei der Vernissage zu seiner Ausstellung „Wasser“. Im SPD-Bürgerbüro hängen seine Fotografien, zu denen Gia im lockeren Gespräch von der Bundestagsabgeordneten Heike Baehrens befragt wurde.

Die vielen Formen und Eindrücke je nach Licht hätten ihn immer angelockt, obwohl das Wasser nicht greifbar und berechenbar sei, sagte er, während er von seiner Ausbildung erzählte. „Wenn ich am Wasser bin, kann ich immer runterkommen“, beschreibt Gia die beruhigende Wirkung des durchaus auch gefährlichen Elements, ohne das es kein Leben gäbe.

Nordsee, Ostsee, Mittelmeer, Bodensee und Filstal lieferten die Motive für den leidenschaftlichen Fotografen Carlucci, von dem Baehrens sagt: „Er schleicht um einen herum und nimmt dann im Hintergrund seine Aufgabe wahr, ohne dass man es merkt.“ Und das Zitat des Römers Curtius Quintus Rufus treffe auf Gia zu: „Die tiefsten Wasser fließen am leisesten“, was Gia zu der verschmitzten Bemerkung veranlasste, dass er das Laute anderswo rauslasse.

Aus der Vielzahl der Bilder ist ein Buch mit einer Auswahl von Fotos entstanden. „Es fließt, strömt, mäandert. Es gurgelt, spritzt, brodelt, benetzt, türmt sich auf…, der Ursprung der Welt“, schreibt Dirk Hülser zum Wasser in seinem Vorwort. Ein echter Carlucci zeichne sich durch einen „immer anderen, nie kitschigen, aber immer wieder verblüffenden und neuen“ Bildausschnitt und ungewöhnlichen Betrachtungswinkel aus.

Annerose Fischer-Bucher