Mit Cowboyhut und Akustikgitarre bot Gerd Rube, der Schorndorfer, der seit 20 Jahren in den Keys von Florida lebt, ein breites Repertoire der 70er und 80er Jahre. Der braungebrannte blonde Sänger zeigte sich seinem Publikum locker und sommerlich "easy". Zahlreiche Gäste, die ihn schon in Florida besucht haben, stärkten ihm den Rücken an diesem Abend und zeigten damit, dass Gerd Rube genauso nach Deutschland gehört wie in die USA.

Mit einem Countrysong in breitestem Amerikanisch eröffnete er den Abend im Biergarten der Lifebühne Engel. In ursprünglichstem Schwäbisch kündigte er den nächsten Song von Cat Stevens' "Wild World" an und moderierte so weiter mit heimatlichem Slang. Eine Metamorphose im Publikum war teilweise zu beobachten. Rauchend und groovend folgte man den Klängen - wie in der Jugendzeit. Publikumswünsche erfüllte Gerd Rube zum Beispiel mit "Here I am" von Bob Seeger. Mit seiner rauchigen Stimme coverte er America, Brian Adams und David Gray genauso wie die Größen Leonard Cohen und Bob Dylan. Das Original aufs Beste treffend, blieb er dabei stets authentisch.

Lieder aus eigener Feder brachte er mit seiner neuen CD "Key West Sunset" aus Florida mit. Auf seiner aktuellen Sommertournee im Juli und August stellt er musikalisch seine neue Heimat, die Florida Keys, vor. Textlich und instrumental zeichnet er wunderschöne Landschaftsbilder dieser Region, die auch im Engel Biergarten-Assoziationen aufkommen ließen. Zwischendurch erläuterte der Sänger, wo er wohnt, wo er sich wohl fühlt und wo er nie mehr weg will. Mit akzentfreiem Englisch ist er ein Amerikaner, deutsch oder schwäbisch sprechend "einer von uns", so war im Publikum zu hören. Während im Publikum die erste kubanische Zigarre angezündet wurde, führte Gerd Rube gesanglich mit "Where you are" über den Highway No. 1 über 53 Brücken zu den südlichen Inseln von Florida bei 34 Grad Wärme. Die Damen kuscheln etwas näher an den Begleiter, als man sich textlich der Hemingway Bar nähert. Einen weiteren Adrenalin-Stoß gab es beim rockigen "Locomotive breath" von Jethro Tull und bei "Brick in the wall" von Pink Floyd. Gerd Rube, der mit absoluten Größen der Musikbranche zusammenarbeitet, ergriff die Gelegenheit zu einer Sommertour, "solange der Sommer was hergibt".

Bei einem theatralischen Finale mit dem Titel "Halleluja" von Leonard Cohen verabschiedete sich der Künstler, während sein Publikum erneut die Feuerzeuge und Handykameras zückte. Er schaffte es, diesen häufig gecoverten Titel authentisch wiederzugeben. Mit rockigen Coversongs und mit gefühlvollen Easy-Living-Songs hatte der sympathische Sänger für jeden etwas dabei. Mehr Florida-Feeling mit Gerd Rube kann man heute beim Straßenfest in Salach genießen.