Wirtschaft Firma Miksch steckt in der Zahlungskrise

Göppingen / Arnd Woletz 14.07.2018

Das Traditionsunternehmen Miksch GmbH mit Sitz in der Reutlinger Straße im Gewerbegebiet Göppingen-Ost ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Gestern bestätigte das Unternehmen in einer Mitteilung, dass tags zuvor beim Amtsgericht Göppingen ein sogenanntes Eigenverwaltungsverfahren beantragt worden sei.  Zahlungsausfälle bei Kunden  in einem internationalen Markt hätten  das Traditionsunternehmen in die Liquiditätskrise geführt, heißt es. Das Unternehmen, das in Deutschland 50 Mitarbeiter beschäftigt, besteht seit 51 Jahren und hat sich in den Bereichen  Werkzeugwechsler für Werkzeugmaschinen  und Kurvengetriebe etabliert.

Ziel des nun beantragten Eigenverwaltungsverfahrens ist es, mit einem Generalbevollmächtigten und einem gerichtlich bestellten Sachwalter die begonnene  Sanierung konsequent weiter zu führen.  Es sei geplant, kurzfristig einen Insolvenzplan vorzulegen und das Verfahren noch in diesem Jahr wieder zu beenden. „Unser Ziel ist die Sicherung des Standortes und der  Arbeitsplätze in der Region“, sagte Alexander Miksch von der Geschäftsführung der GmbH. Der Betrieb laufe uneingeschränkt weiter, heißt es in der Mitteilung. Die Löhne und Gehälter seien bis Ende August gesichert.

„Wir werden den eingeschlagenen  Weg konsequent zur Restrukturierung nutzen und die Möglichkeiten des Insolvenzplanes  einsetzen“, erklärte der Generalbevollmächtigte Tillmann Peeters laut Mitteilung.  „Der Geschäftsbetrieb wird uneingeschränkt fortgeführt, für unsere Kunden ändert sich nichts“, so der gerichtlich bestellte Sachwalter Gerhard Walter. Durch eine Neuausrichtung beabsichtige das Unternehmen, seine Marktstellung  zu festigen.

  Die Firma war 1967 in Greifenberg am Ammersee von Heribert Miksch gegründet worden, der zuvor beim Göppinger Maschinenbauer Boehringer eine Ausbildung abgeschlossen hatte und während seiner anschließenden Tätigkeit bei einem Münchner Unternehmen die Marktlücke für ungleichförmig übersetzte Getriebe erkannte. Zwei Jahre später zog die Firma nach Göppingen um und bezog im Jahr 1982 einen Neubau in der Reutlinger Straße. 

Info Das Eigenverwaltungsverfahren ist in der deutschen Insolvenzordnung die Möglichkeit eines Schuldners, über die Insolvenzmasse unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu verfügen. Der Sachwalter kontrolliert die wirtschaftliche Lage und die Geschäftsführung. Voraussetzungen dafür ist die Zustimmung der Gläubiger und des Gerichts.

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