Es ist zwar still geworden um die Surfwelle in der Fils, doch das Projekt ist nicht gestorben: Jetzt gab es wieder ein Gespräch im Rathaus und einen Ortstermin bei der Sonnenbrücke in Göppingen. Statt eines festen Bauwerks ist nun eine flexible Konstruktion im Gespräch, die jederzeit wieder abgebaut werden kann und günstiger ist.

10 000 Euro bewilligt

Im vergangenen Dezember hat der Gemeinderat bei seinen Haushaltsberatungen zumindest der rund vier Jahre alten Idee erst einmal zugestimmt und 10.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie bewilligt. Bei einem Ortstermin an der Fils hat nun der Münchner Professor Robert Meier-Staude eine neue Idee präsentiert: einen sogenannten Floater. Der Vorsitzende des Trendsportclubs Hohenstaufen und Initiator der Welle, Daniel Schindler, erläutert das Konzept: „Luftsäcke stauen hierbei das Wasser.“ Dabei entstehe keine klassische Welle, aber das Wasser fließe über die vom Floater vorgegebene Form, so dass darauf gesurft werden könne.

Feuer und Flamme

Der Vorteil: „Das System ist vollständig versenkbar“, sagt Schindler. Das notwendige Gestell werde mit Erdnägeln befestigt und könne jederzeit demontiert werden. „Baubürgermeister Helmut Renftle war komplett Feuer und Flamme“, berichtet Schindler von dem Treffen. Strömungsexperte Meier-Staude, der in München 2015 die Welle an der Floßlände zu neuem Leben erweckt hat, habe den Standort Sonnenbrücke für „total geeignet“ befunden.

Nicht ganz unproblematisch

Rathaus-Pressesprecher Olaf Hinrichsen bekräftigt, dass die Stadt weiter hinter der Idee steht: „Wenn wir eine Filswelle hinbekommen würden, wäre das eine tolle Sache – die Erlebbarkeit der Fils ist für die Stadt ebenso ein Thema, wie Trendsportarten es sind.“ Ein kleines bisschen tritt er aber auf die Euphoriebremse: „Wir sind aber nicht sicher, ob eine Filswelle gelingt.“ Hinrichsen meint, dass „die Stelle unterhalb der Sonnenbrücke, auch aufgrund der Nähe von zwei Regenüberläufen, nicht ganz unproblematisch erscheint“.

Nach der Sommerpause geht’s weiter

Nun benötige die Verwaltung eine genaue Beschreibung, wie die flexible Welle genau aussehen und funktionieren soll. „Dann können wir einen Termin mit dem Landratsamt sowie mit dem Regierungspräsidium ausmachen und die Unterlagen an die zuständigen Stellen weiterreichen.“ Zu klären sei auch noch, wer letztlich für die Anlage verantwortlich sei: „Da es sich um eine flexible, nicht fest eingebaute Surfwelle handelt, brauchen wir ein Konzept, wie diese flexible Anlage betrieben und genutzt werden soll“, meint Hinrichsen. „Aus unserer Sicht muss dies ein Verein oder eine feste Initiative sein.“ Zudem müssten die Kosten und die Finanzierung geklärt sein. Klar sei aber: „Wir werden das Thema auf jeden Fall nach der Sommerpause weiter bearbeiten.“

Schindler bleibt selbstredend auch an der Sache dran. Er warte jetzt noch auf Infos aus dem städtischen Umweltschutzreferat. Dann hätte Göppingen womöglich irgendwann Surfern mehr zu bieten als Stuttgart. Dort wurde der Plan einer Welle beerdigt – der Neckar sei zu dreckig, hieß es zur Begründung.

Halfpipe bekommt Flutlicht mit Solarstrom


Autark Ganz ohne Leitungen von außen wird die Halfpipe des Trendsportclunbs Hohenstaufen bald mit Flutlicht nutzbar sein. „Wir haben um die 3000 Euro investiert, sagt der Vereinsvorsitzende Daniel Schindler. „In Solarzellen und Akkus, die den Strom speichern.“ LED-Strahler ermöglichen dann auch abends ausgedehnte Skate-Sessions.

Einzigartig „Im Herbst ist es ab sieben, halb acht dunkel und die Temperaturen passen eigentlich“, sagt Schindler. „Es wäre ja schade, wenn wir dann abends nicht fahren könnten.“ Er verweist auf die Einzigartigkeit: „Es gibt keine Rampe, die so etwas hat, da sind wir die einzigen in Deutschland.“