Jebenhausen Feuerwehrhaus Jebenhausen vor Baubeschluss

So sollen das Jebenhäuser Feuerwehrmagazin und der Polizeiposten mit Blickrichtung von der Ortsdurchfahrt aussehen.
So sollen das Jebenhäuser Feuerwehrmagazin und der Polizeiposten mit Blickrichtung von der Ortsdurchfahrt aussehen. © Foto: Gaus und Knödler architekten
Jebenhausen / Von Arnd Woletz 18.07.2018
Das neue Magazin in Jebenhausen mit Polizeiposten soll nach einigem Hin und Her nun doch am Rand des Gewerbegebiets gebaut werden.

Kaum ein halbes Jahr ist es her, da wollte  die Stadt Göppingen den Standort für das neue Feuerwehrmagazin in Jebenhausen noch einmal  grundsätzlich überdenken. Der  bereits anvisierte Bauplatz am Ortseingang war plötzlich wieder fraglich. Auch bei der Hausgemeinschaft mit der Polizei schien Sand im Getriebe zu stecken.  Doch nun soll es ganz schnell gehen. Bereits morgen soll der Gemeinderat den Baubeschluss für den Neubau an der Boller Straße fassen, dort wo die Kreisstraße nach Faurndau abzweigt.

In der Vorberatung im Ausschuss für Umwelt und Technik stellte der Architekt Christian Gaus  die Pläne vor. Der gemeinsame Neubau für Polizei und Feuerwehr soll zwar zwei klar getrennte Nutzungen und separate Zugänge haben, aber als ein Gebäude wirken: ein quaderförmiger Bau von 46 Meter Länge.  Das Gebäude sei in seiner Wirkung zurückhaltend, sagte Gaus. Und es soll eine Metallfassade in einem Bronzeton bekommen. Der Architekt machte auch deutlich, dass die Planer bei ihren Entwürfen „die Wünsche von Feuerwehr und Polizei voll erfüllt“ hätten.

Im Verwaltungsdeutsch der Beschlussvorlage liest sich das  als  „nachträgliche  zusätzliche Anforderungen an den Raumbedarf der Feuerwache“. So soll beispielsweise ein vierter Stellplatz in der Fahrzeughalle eingebaut werden, welcher der Feuerwehr zunächst als Lagerfläche  und als Abstellplatz für das Polizeiauto dient. Der Baugrund ist bautechnisch aufwendiger als gedacht. Auch deshalb werden die Kosten nicht mehr wie ursprünglich mit 2,5 Millionen Euro kalkuliert, sondern mit 3,8 Millionen Euro. Allerdings fließen  175 000 Euro als Zuschuss zurück, und der Gebäudeteil, den das Land für die Polizei nutzt, soll sich langfristig refinanzieren.

Ein dickes Fragezeichen machte der CDU-Stadtrat Achim Fehrenbacher, der im Hauptberuf Architekt ist, allerdings hinter die Frage, ob das Gebäude in dieser Form überhaupt genehmigt werden kann. Denn die Räume im Obergeschoss seien nicht barrierefrei erreichbar. Das sei bei Neubauten aber nicht mehr erlaubt. Hochbauamtsleiterin Christiane Fitschen verwies darauf, dass Feuerwehr und Polizei erklärt hätten, auf Barrierefreiheit zu verzichten. Die Feuerwehr habe sich sogar explizit ein Gebäude gewünscht, das nicht für öffentliche Nutzungen zur Verfügung steht, sondern nur für die Feuerwehr bestimmt ist. Fehrenbacher verwies jedoch darauf, dass  es bei der Barrierefreiheit keine Ausnahmen mehr gebe. Baubürgermeister, Hochbauamtsleiterin und Architekt sagten dazu zunächst nichts. Christiane Fitschen versprach, diese Frage zu klären.

Michael Freche (Piraten) der selber einmal als Feuerwehrmann arbeitete, fragte außerdem, ob der neue Standort jetzt auch an den für viel Geld erstellten Feuerwehrbedarfsplan angepasst sei. Denn auch wenn der neue Platz nur ein paar hundert Meter vom alten, durch einen Brand beschädigten Spritzenhaus entfernt liege, sei es doch entscheidend, wie schnell die Feuerwehrmänner zum Magazin kommen. Er pochte deshalb auf den im Bebauungsplan vorgesehenen Kreisverkehr an der Ausfahrt des Magazins. Andere Stadträte stellten hingegen die Frage, ob dieser Kreisverkehr überhaupt noch gebraucht werde, wenn die Ortsumfahrung für Jebenhausen dereinst gebaut wird. Denn dann wäre  auf der  Ortsdurchfahrt deutlich weniger Verkehr zu erwarten.  Ansonsten waren die Ausschussmitglieder einverstanden mit den Plänen und schlugen vor, schneller zu bauen als der Zeitplan  es vorsieht, nämlich mit einer Fertigstellung im Jahr 2021.

Die lange Geschichte eines Neubaus

Auslöser Dezember 2014: Das bisherige Feuer­wehrhaus an der Ortsdurchfahrt wird bei einem Brand beschädigt und provisorisch wieder hergerichtet. Es ist von einem Neubau bis 2018 die Rede.

Platz Nach einigem Vorlauf wird das Grundstück am Rande des Gewerbegebiets am Ortseingang angepeilt,  die Standortfrage und das Raumkonzept geraten  im März 2018 aber wieder in Zweifel.

Baubeschluss Wenn der Gemeinderat morgen den Bau  und den Bebauungsplan absegnet, soll im April der Spatenstich folgen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist dann für April 2021 terminiert.

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