Göppingen Fernwärmenetz: Rohre am Eichert müssen raus

Baugruben bestimmen das Bild zwischen Klinik am Eichert (Hintergrund) und Bergfeld. Die Fernwärmeleitungen werden ausgetauscht. Foto: Giacinto Carlucci
Baugruben bestimmen das Bild zwischen Klinik am Eichert (Hintergrund) und Bergfeld. Die Fernwärmeleitungen werden ausgetauscht. Foto: Giacinto Carlucci
ARND WOLETZ 03.04.2012
Am Eichert wird wieder gebuddelt. Die Fernwärmeleitung, die die Betreiberfirma vor zwei Jahren saniert hat, muss jetzt doch erneuert werden. Die Arbeiten werden voraussichtlich noch ein paar Wochen dauern.

Die Fernwärme aus dem Göppinger Müllheizkraftwerk versorgt rund 150 Wohnungen und Häuser im Bergfeld mit Warmwasser. Außerdem werden die Bereitschaftspolizei und Klinik am Eichert inklusive der zugehörigen Schwesternwohnungen mit Energie versorgt. Die Leitungen sind nun nach gut 35 Jahren allerdings am Ende ihrer Lebensdauer angekommen, sagt Ekkehard Orloff, Geschäftsführer des Müllheizkraftwerks. Das von der Firma Eon-Tochter "Energy from Waste" betriebene Leitungsnetz muss auf einer Länge von gut 800 Metern ersetzt werden. Deshalb dominieren am Eichert derzeit die Bagger das Straßenbild.

Im Jahr 2010 waren die Rohre schon einmal undicht. Damals waren die Lecks geortet und punktuell abgedichtet worden. Nun aber hat sich die Firma Eon zu einem kompletten Austausch entschlossen.

Die bisherigen Rohre lagen in einer Tiefe von vier Metern. Dank neuer Technik sei es nun möglich, die Rohre in etwas geringerer Tiefe zu verlegen. Weil damit die alten Leitungen während des Baus in Betrieb bleiben, ergeben sich für die Nutzer keine längeren Ausfälle.

Allerdings ist das mehrmalige Unterqueren der Eichertstraße auch eine logistische Herausforderung. Die beteiligten Firmen bemühen sich, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten, sagt Ekkehard Orloff. Allerdings musste der Zebrastreifen zwischen der Klinik und den Parkplätzen vorübergehend verlegt werden, um ein sicheres Überqueren der Fahrbahn möglich zu machen. Die Investitionskosten beziffert die Betreiberfirma auf 1,6 Millionen Euro. Eon arbeitet dabei eng mit der Klinik am Eichert zusammen. Das Krankenhaus betreibt nämlich ein eigenes Netz, dessen Rohre teils parallel zur Eon-Leitung verliefen. Durch die Kooperation können beide Leitungen zu einer zusammengefasst werden.

Außerdem werden die beiden Heizzentralen bei der Klinik am Eichert sowie bei der Bergfeld-Siedlung modernisiert. Dabei gebe es auch energetische Einsparungen, so Orloff, die sich langfristig auszahlen werden.

Gleichzeitig zur Erneuerung der Verbindungsleitung vom Müllheizkraftwerk zum Eichert hat die Firma auch in der Bergfeld-Siedlung im Sekundärnetz mit Undichtigkeiten zu kämpfen, also in einem kleinen Teil der Leitungen, die von der Heizzentrale in die einzelnen Wohnungen führen. Diese haben aber nichts mit der Erneuerung der Hauptleitung zu tun, betont Orloff. Betroffen seien auch nur gut 20 Häuser. Die haben vorübergehend allerdings nur jeweils zwei Stunden am Morgen und zwei am Abend warmes Wasser zur Verfügung. Die Firma hofft, in wenigen Wochen die Leitungen so weit erneuert zu haben, dass die Energieversorgung wieder rund um die Uhr gewährleistet ist. "Wir sind mit allen Kräften dran," sagt der Geschäftsführer.