Reisen Fernbusse sollen wieder in der Teckstadt halten

Kirchheim/Teck / THOMAS KRYTZNER 28.01.2017

Bis Ende April zählte Kirchheim zum Streckennetz von Flixbus, und Reisende konnten bequem zusteigen und viele Ziele in Deutschland günstig per Reisebus erreichen. Dann war Schluss. Denn: Beim Fernbusunternehmen gab es Umstrukturierungen in Großraum Stuttgart. Marika Vetter, Public Relations-Managerin von Flixbus, dazu: „Es gab attraktivere Haltestellen, und so entschieden wir, statt Kirchheim anzufahren, beim Stuttgarter Flughafen und in Kornwestheim Halt zu machen.“

Doch sie macht Hoffnung: „Wir planen inzwischen für 2017 die erneute Aufnahme von Kirchheim in unser Streckennetz. Wir sind zum Schluss gekommen, dass der Halt nahe dem Biosphärengebiet eine gute Ergänzung für unser Angebot in der Region darstellt.“

Marika Vetter erklärt, dass das Streckennetz kein starres System ist. Zahlreiche Faktoren werden von den eigenen Verkehrsspezialisten neu bewertet und analysiert. „So optimieren wir unser Angebot ständig bedarfsgerecht.“ Wesentliche Faktoren sind der Standort an sich, der Anfahrtsweg der Busse zur Haltestelle und damit verbunden die Ruhezeiten der Fahrer. „Wenn sich auf Verbindungen Änderungen ergeben, kann es sein, dass die Anfahrt zur Haltestelle plötzlich zeitlich das Linienkonzept sprengt.“ Da die Lenk- und Ruhezeiten der Chauffeure jedoch eingehalten werden sollen, muss das Fernbusunternehmen immer wieder neu bewerten. „Weitere Faktoren sind die angenommene Nachfrage bei neuen Halten und die tatsächliche Nachfrage, die miteinander verglichen werden.“

Vetter berichtet, dass Flixbus künftig verstärkt in die Regionen fahren will. „Wir bauen das Streckennetz aus und schließen viele Klein- und Mittelstädte an.“ Anfang 2017 soll der Ausbau weitergehen. „Ländliche und touristisch attraktive Regionen sind nach wie vor von großer Bedeutung.“ Dabei gehören nebst den Metropolverbindungen auch kleinere Orte zur Ausbauplanung. „Wir streben ein möglichst flächendeckendes Netz an.“ Flixbus hat europaweit das am besten vernetzte Streckenangebot, sagt Vetter. „Neben Direktverbindungen können die Reisegäste aus einer Vielzahl an Umsteigeverbindungen wählen.“ Sie verweist auf die Umwelt: „Gerechnet auf den CO2-Ausstoß pro Fahrgast ist der Fernbus das umweltverträglichste Fernverkehrsmittel.“

Die Buchung der Reisen kann entweder Online und per App erfolgen oder in zahlreichen Reisebüros der angefahrenen Städte. Marika Vetter: „Wir sind darauf bedacht, möglichst jeden abzuholen.“ Die erneute Aufnahme der Teckstadt in das Streckennetz dürfte auch die Gemeinde Aichelberg freuen. Laut Bürgermeister Martin Eisele bestand das Interesse, Flixbus in die Weilheimer Region zu holen. Als möglicher Halt war zum Beispiel der „Park and Ride-Parkplatz“ bei der Autobahnausfahrt Weilheim/Aichelberg gedacht.

Sebastian Hettwer, stellvertretender Amtsleiter für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur beim

Landratsamt Göppingen: „Durch eine Fernbushaltestelle profitieren grundsätzlich alle Bürger in der Umgebung. Aber die Chancen für Aichelberg sind gering und das Fahrgastpotenzial zu niedrig.“ Thomas Krytzner

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