Kreis Göppingen Ferienparadies im Täle

Die Schönheit des oberen Filstals wollten die Bürgermeister der Täles-Gemeinden schon vor 50 Jahren für den Tourismus nutzen. Foto: Archiv
Die Schönheit des oberen Filstals wollten die Bürgermeister der Täles-Gemeinden schon vor 50 Jahren für den Tourismus nutzen. Foto: Archiv
Kreis Göppingen / KAROLIN SCHULZ 11.02.2012
Die touristische Entwicklung im Landkreis Göppingen war schon vor 50 Jahren ein Thema. Die Bürgermeister berieten schon damals, wie das obere Filstal für Urlauber attraktiver werden könnte.

Vor fünf Jahrzehnten machten sich die Bürgermeister im oberen Filstal Gedanken darüber, womit Touristen in die idyllische Landschaft zwischen Geislingen und Wiesensteig gelockt werden könnten. Die erste Analyse war ernüchternd. Die Landschaft ist für große Touristenströme nicht gewappnet, die "Infrastruktur nur mäßig gegeben und erfordert höchste Aufmerksamkeit", hieß es damals in der NWZ. Es müssten Straßen gebaut und Unterkünfte für große Reisegruppen, die vorwiegend mit den Bussen anreisen, geschaffen werden. Selbst private Unterkünfte seien nicht ausreichend vorhanden, und auf sie allein könne man nicht zählen. Einig waren sich die Rathaus-Chefs, dass die Schwäbische Albstraße ausgebaut werden und an ihr ausreichend Parkplätze angelegt werden müssen. Viele Orte seien nur schwer zugänglich und benötigten dieses Projekt sehr. Vorhandene Hotels in dieser Gegend müssten modernisiert oder ausgebaut werden.

Um touristisch etwas erreichen zu können, sollten nach Meinung der Bürgermeister alle zusammen arbeiten. Ohne ausreichende Parkmöglichkeiten, ohne neue Unterkünfte und ohne Zufahrtsstraßen könne das Tal zwischen Geislingen und Wiesensteig nicht tourismusfähig werden. Urlauber aus ganz Deutschland und dem Ausland seien begeistert von dem schwäbischen Idyll. Nun sollten auch Reisende vor allem aus näher liegenden Regionen dafür interessiert werden, hier Ferien zu machen. Besonders Treffelhausen verzeichnete damals eine große Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten.

Finanzielle Hilfe wurde von den Bürgermeistern für notwendig erachtet, um touristische Projekte umzusetzen und die Gemeinden zu Ferienorten auszubauen. Zuschüsse vom Land für Fremdenverkehrszwecke würden dabei helfen. Als Plus führten die Bürgermeister auch die Bäderorte Ditzenbach, Überkingen und Boll an, die besonders für chronisch Kranke ein Erholungsparadies sind. Vor 50 Jahren glaubten die Bürgermeister daran, dass der Strom der Urlauber weiter zunehmen wird. Die starke Luftbelastung in den Städten und kostspielige Auslandsreisen würden Ferienlandschaften wie im Täle zugute kommen. Die Rathaus-Chefs setzten damals vor allem auf Reisegesellschaften und die Bundesbahn, die die Urlauber mit Sonderzügen an den Albtrauf bringen sollten.

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