Kehrtwende Ferienbetreuung: Stadt bessert nun doch nach

SWP 11.07.2017
Nach heftiger Kritik gibt es einen Kompromissvorschlag für spätere Anmeldungen.

Nach heftigen Eltern-Protesten gegen die vom Gemeinderat beschlossene Neuregelung der Ferienbetreuung an Göppinger Schulen hat  die Stadt gestern eingelenkt und einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Dabei hatte es noch am Freitag so ausgesehen, als wolle die Stadt an der beschlossenen Neuregelung festhalten: Dann hätten Eltern ihre Kinder schon zum 1. Oktober des Vorjahres für eine Ferienbetreuung an den Schulen anmelden müssen.

Nun die Kehrtwende: In einer gestern Nachmittag verbreiteten Pressemitteilung heißt es: „Die Stadt Göppingen verfolgt ihr Ziel weiter, die Ferienbetreuung für Schulkinder qualitativ zu verbessern. Dabei wird sie Anregungen aus der Elternschaft und der Wirtschaft sowie der FDP/FW-Fraktion aufgreifen und die Anmeldefrist für die Pfingst- und Sommerferien verlängern.“ Dem für den Beschluss zuständigen Gemeinderat werde ein neuer Vorschlag unterbreitet: Eine Betreuung in den Herbst-, Fasching- und Osterferien muss weiterhin bis zum 1. Oktober angemeldet werden, für die Betreuung in den Pfingst- und Sommerferien haben die Eltern bis zum 1. Februar Zeit. Einen fast gleichlautenden Kompromissvorschlag hatte zuvor die FDP/FW-Fraktion ins Spiel gebracht.

„Wir streben ein Höchstmaß an Verlässlichkeit für die Eltern sowie zugleich eine hochwertige Betreuung an“, erläutert die Erste Bürgermeisterin Almut Cobet den Hintergrund. „Die Betreuung wird künftig zuverlässig und unabhängig von einer Mindestzahl durchgeführt.“ Außerdem werde dieses freiwillige Angebot der Stadt für die Kinder bis zum Übergang in Klasse 6 ausgeweitet. Das Mittagessen ist künftig auch für einzelne Wochentage buchbar. „Damit wir die qualifizierte Ferienbetreuung aber verbindlich zusagen können, auch wenn keine acht Kinder stadtweit eine Betreuung buchen, brauchen wir einen gewissen Vorlauf.“ Außerdem müssten die entsprechenden Räume freigehalten werden, was beim Reinigungs- und Sanierungsplan der jeweiligen Schulen zu berücksichtigen sei, so die Argumente.

An der ursprünglich angedachten Anmeldefrist 1. Oktober für das gesamte Jahr war kritisiert worden, dass die Urlaubsplanung in vielen Firmen erst im Januar verbindlich geregelt werde. „Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst und greifen sie auf“, so Almut Cobet.