Reportage Feinschliff für Eröffnungskonzert der „guten Taten“

INGE CZEMMEL 12.10.2016

Baaa, ba, ba, ba…“ „Stopp! Nochmal!“ Jürgen Rothfuß unterbricht seinen Chor weil ihm die Einsätze nicht bei allen perfekt genug sind. „Eye oft the Tiger ist ein risikoreiches Stück und es hört sich blöd an, wenn nicht alle rechtzeitig dran sind“, macht er klar. „Wer sich nicht sicher ist, singt die Einsätze lieber nicht, sonst macht ihr euch zur Lachnummer von 2000 Leuten!“ Auch bei anderen Liedern mahnt der Chorleiter immer wieder: „Strikt durchzählen! Konzentriert Euch!“

Texte, Melodien und Choreografien sind nicht das Thema beim Probensonntag der „Chor Company“ des Heininger Liederkranzes für das Eröffnungskonzert der­ „Guten Taten“ am 6. November in der EWS-Arena in Göppingen. Diesen Part haben nahezu alle Sänger schon drauf. Es sind die Feinheiten, wie Aussprache, Intonierung, Lautstärke und Tempo, an denen gefeilt wird. „Ihr müsst euch zügeln“, erklärt Jürgen Rothfuß. „Wenn ihr das ganze Lied mit Vollgas singt und keine Steigerung möglich ist, kann keine Stimmung erzeugt werden. Das Publikum muss immer den Eindruck haben, dass noch was geht!“

Als nächstes ist „Gabriellas Song“ aus „Wie im Himmel“ an der Reihe. Ein Lied mit vielen neuralgischen Stellen. Nicht nur der Text mit der ungewohnten Sprache ist schwierig. Über lange Strecken begleitet der Chor das Solo von Ingrid Schneider ausschließlich mit A- und O-Lauten.

Da gilt es, an den richtigen Stellen Luft zu holen und die Vokale zum Klingen zu bringen. „Schön fließen lassen“, macht Rothfuß vor, wie’s geht. Nochmal! Die Ahs und Ohs fließen nun klingender über die Lippen, aber es heißt schon wieder: „Stopp!“ Der Dirigent vermisst einen der Bässe und will wissen: „Nobby-Schatzi, singst du den ersten Bass auch mit?“

Nach vielen Korrekturen darf das Lied endlich am Stück gesungen werden. Der Chorleiter drückt den Aufnahmeknopf. Bis zur nächsten regulären Chorprobe wird er die Aufnahme analysieren. „Schön – nicht laut! Singen – nicht schreien“, moniert er auch bei „Georgia“ und bei „Ain’t no mountain high enough“ will er plötzlich wissen: „Hab ich was auf den Ohren? Warum singt der Sopran eigentlich nicht? Außerdem sind die Männer zu langsam!“ „Das ist für mich das schwierigste Lied“, gesteht Gisela Haag und ist wie alle anderen froh, dass es danach eine Kaffeepause gibt.

„Am Probensonntag bleibt am meisten hängen“, verrät Elke Schneider beim Cappuccino und da geht es auch schon weiter. Der Maestro nimmt am Klavier Platz und schlägt die ersten Takte von „You raise me up“ an. Da ist es wieder, dieses „Aaah“, das zwar die richtigen Töne trifft, aber nicht rund klingt. „Das ist der Unterschied zwischen richtig singen und Musik machen“, lacht Rothfuß und lässt Alt, Sopran und Bass einzeln das Ahhh-Singen üben. Auch das einzelne Chormitglieder „stormy sea“ statt „stormy seas“ singen, hört er sofort. Heute ist das Ausmerzen der kleinen Fehler angesagt. Und das schafft Rothfuß mit lockeren Sprüchen und witzigen Bemerkungen, ohne seinen Leuten den Spaß an der Sache zu verderben.

Am Ende des Tages heißt es schließlich. „Tschüss bis Dienstag!“ Noch vier Mal proben, dann ist es soweit. Dann steht nur noch die einzige gemeinsame Probe mit dem Orchester und den anderen Chören auf dem Programm, bevor alle gemeinsam bei „Total lokal“ das Publikum in der EWS-Arena verzaubern wollen.

„Total lokal“ für die gute Sache

Konzert „Total lokal“ - das Eröffnungskonzert der Guten Taten findet am 6. November in der EWS- Arena statt. Mit dabei sind die Chor Company und die New Generation des Heininger Liederkranzes, der Gospelchor „Joyful Voices“ und der Kinderchor der Göppinger Reuschgemeinde.

Karten Wer sich noch eine Eintrittskarte sichern möchte, sollte sich beeilen. Karten gibt es bei der NWZ in der Rosenstraße, im i-Punkt der Göppinger Rathauses oder im Internet auf der Seite www.easyticket.de.

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