Faurndau Faurndauer Pump Track ist eingeweiht

Mit dem Fahrrad oder dem Roller hoch hinaus. Aus einem Sammelsurium von  Wellen, Steilkurven und Trichtern besteht der große neue Asphalt-Rundkurs für Trendsportler in Faurndau.
Mit dem Fahrrad oder dem Roller hoch hinaus. Aus einem Sammelsurium von  Wellen, Steilkurven und Trichtern besteht der große neue Asphalt-Rundkurs für Trendsportler in Faurndau. © Foto: Giacinto Carlucci
Faurndau / Von Arnd Woletz 13.04.2018
An der neuen „Pump Track“ jagen die Jugendlichen über die Asphaltbahn. Das Sponsoring-Projekt ist fertig geworden. Es war auch lokalpolitischer Zankapfel.

Etwa 40 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene rasten gestern mit Fahrrädern durch Steilkurven, hüpften mit Rollern über modellierte Kanten und katapultierten sich durch asphaltierte Wellenpassagen. Die politische Lokalprominenz schaute staunend zu. Es herrschte Feststimmung und großer Andrang rund um das Faurndauer Jugendhaus und den Spielplatz „Oberer Bau“ gleich an der Querspange Pfingstwasen, denn die neue, unmittelbar angrenzende „Pump Track“ ist jetzt offiziell eingeweiht – auch wenn die Grünflächen sich derzeit noch braun präsentieren.

Offenbar fällt die Trendsport-Anlage zur Zufriedenheit aus. „Wir haben lange auf diese Bahn hingefiebert“, erzählt Marco Roth aus Faurndau. Sie sei absolut gelungen, findet der 23-jährige Trendsportler, der sich mit dem Fahrrad in die Pump Track stürzte. Hinter dem Namen verbirgt sich ein wellenartiger Rundkurs, in diesem Fall aus Asphalt. Die wilde Hatz durch den Parcours erfordert viel Kondition.

25 Auszubildende der Göppinger Baufirma Leonhard Weiss hatten den Entwurf eines Planungsbüros aus Münster innerhalb einer Bauzeit von 15 Wochen umgesetzt – unter Anleitung erfahrener Kräfte. Aus einer flachen Wiese wurde so eine Hindernisbahn. Die etwa 1000 Stunden Arbeitszeit spendete das Bauunternehmen im Rahmen eines Sponsoringvertrags, und darf künftig auf der Anlage werben. Die Stadt steuerte die Materialkosten im Wert von etwa 50 000 Euro bei: 42 Sattelzüge voll Modelliermasse und 1500 Schubkarrenladungen Asphalt, wie Alexander Weiss aus der Geschäftsführung des Unternehmens erklärte. Die Firma sehe darin eine „sinnvolle Unterstützung für die Kinder und Jugendlichen“, die noch sehr lange Freude an der Bahn haben werden. Es gehe aber auch darum, dass man für Bau- und Handwerksberufe werben könne, denn die Azubis demonstrierten mit dieser Anlage, dass man mit seiner Hände Kraft „Dinge schafft, auf die man sehr lange stolz sein kann,“ so Weiss.

Auch der Göppinger Oberbürgermeister war in Feststimmung.  „Supertoll“ sei die Bahn, die auch im Gemeinderat auf große Zustimmung gestoßen war. Dass es von Linken und Piraten Kritik am Zustandekommen gab, spielte bei der Eröffnung gestern keine Rolle (siehe Infobox). „Wenn die Jugend in unserer Stadt Wünsche hegt, dann werden sie normalerweise auch erfüllt“, sagte der Rathauschef. Durch das Angebot der Firma Weiss sei dies gelungen. Göppingen sei inzwischen Vorreiter bei Trendsportanlagen.

Viel Lob bekamen gestern auch die Azubis der Baufirma, die bei Wind und Wetter die Bahn aus dem Boden gestampft hatten. Wie das ablief, konnten die Besucher gestern auf einer Fotoshow im Jugendhaus mitverfolgen. Das anspruchsvollste sei es gewesen, den Schotter, der unter dem Asphalt steckt, so aufzubringen und zu modellieren, dass er auch an den steilen Stellen hält, berichtete Lukas Grözinger, einer der beteiligten Azubis.

Lipi-Fraktion kritisiert Vorgehen der Stadt

Gegen die Pump Track hat die Fraktion der Linken und Piraten (Lipi) nichts – wohl aber gegen das Vorgehen der Stadtverwaltung. In dem Streit hat die Fraktion erneut das Regierungspräsidium eingeschaltet. Es geht, grob gesagt, um den Vorwurf, die Stadtverwaltung habe unzulässigerweise ein Bauvorhaben auf zwei Budgets aufgeteilt, um die Entscheidung des Gemeindratsausschusses zu umgehen. Als der Ausschuss am 1. März eine Beschlussvorlage erhielt, war die Pump Track schon im Bau. Die Arbeiten und das Sponsoring hätten  ausgeschrieben werden müssen, glaubt die Lipi-Fraktion.

Die Stadtverwaltung hält dem entgegen, dass der OB über Sponsoringverträge bis 50 000 Euro allein entscheiden könne und der städtische Anteil an der Bausumme ebenfalls im Ermessen der der Verwaltung zur Gestaltung von Spielplätzen liege.

Verwirrung herrscht in dem Zusammenhang darüber, ob der Gemeinderat mit seiner Abstimmung den Bau beschlossen oder lediglich zur Kenntnis genommen hatte.

Ankündigung Lipi-Fraktionschef Christian Stähle kündigte gestern an, vor das Verwaltungsgericht zu ziehen, sollte das Regierungspräsidium nicht zu dem Ergebnis kommen, dass die Stadtverwaltung falsch gehandelt habe.