Faurndau In Faurndau wird in sensiblem Gebiet gebaut

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Faurndau / Margit Haas 08.02.2019
Am Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Gebiets Stiftstraße/Freihof in Faurndau sollen sich Göppinger Architekten und Faurndauer beteiligen.

Nachverdichtung im Innenbereich statt neuer Baugebiete am Ortsrand – in Faurndau sollen zwischen der St. Galler Straße, dem ehemaligen Freihof und dem Kindergarten „Im Freihof“ an der Stiftstraße etwa 20 Bauplätze entstehen. Wie das Baugebiet und die angrenzenden Ortskernbereiche im Detail ausgestaltet sein werden, darüber wird ein Wettbewerb Aufschluss geben. Im Ausschuss für Umwelt und Technik wurden die Weichen gestellt. In der kommenden Woche wird der Gemeinderat über das weitere Prozedere abstimmen.

Sechs Architekturbüros sollen beauftragt werden, den Bereich zu untersuchen und dann Vorschläge für eine Bebauung vorlegen. „In diesem historischen Bereich müssen wir sehr sensibel agieren“, betonte der gerade im Amt bestätigte Göppinger Baubürgermeister Helmut Renftle.

„Wir freuen uns, dass ein weiterer Mosaikstein in der Entwicklung Faurndaus gelegt wird“, stellte Achim Fehrenbacher (CDU)  fest. Dass allerdings von den sechs Büros nur zwei aus Göppingen kommen, „sollten wir überdenken“, so der Architekt. Nach  seiner Ansicht „ist die Ortskenntnis wichtig. Deshalb sollten mindesten drei Planungsbüros aus Göppingen kommen.“ Anders sah dies Michael Freche von der Fraktion Die Linke/Piraten. „Auswärtige Architekten können den Blick weiten“.

Gestrichen wurde auf Antrag von Fehrenbacher auch die Vorgabe, dass das Auswahlgremium eine Empfehlung abgeben wird. Das Fachgremium wird lediglich „eine vergleichende Bewertung der Arbeiten“ vornehmen, die die Stärken und Schwächen der Entwürfe aufzeigen. Dem Fachgremium werden neben Baubürgermeister Helmut Renftle und einem Vertreter des Referats Stadtplanung auch ein Mitglied des Gestaltungsbeirates, ein Vertreter der Architektenkammer und auch die Faurndauer Bezirksamtsleiterin Chris Cathrin Berger angehören. Kontrovers diskutiert wurde die Frage, ob auch die „Initiative Alter Farrenstall“ dem Fachgremium angehören soll (siehe Infokasten).

„Das geht für uns überhaupt nicht“, hatte Achim Fehrenbacher bekräftigt. Der Verein habe sich dafür ausgesprochen, das Gebiet unverändert zu belassen und könne deshalb jetzt nicht beratend hinzugezogen werden – so auch die Ansicht von Jürgen Schaile (FDP/FW). Sein Fraktionskollege Horst Wohlfart sah kein Problem darin, die Initiative Farrenstall mit an den Tisch zu setzen. Auch Freche will sie einbeziehen. „Wir entscheiden letztendlich hier und können kritische Stimmen aushalten“, betonte er. Wichtig sei in jedem Fall, die Öffentlichkeit einzubeziehen. Auf einen Konsens legte auch Bezirksamtsleiterin Chris Cathrin Berger wert. Sie will „alle mitnehmen“.

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SPD fordert Klärung der Befangenheit

Kritik „Die Faurndauer SPD-Bezirksbeiräte fordern eine klare Regelung bei Fragen der Befangenheit von Sitzungsteilnehmern“, so Herbert Schweikardt in einer gestern versandten Pressemitteilung der SPD. Sie bezieht sich dabei auf das Verhalten eines FDP-Bezirksbeirats, als es im Gremium um die Entwicklung im Bereich Freihof und Stiftstraße ging. „Da wird doch der Bock zum Gärtner gemacht“, entrüstet sich SPD-Bezirksbeirat Schweikardt. Ein begünstigter Grundstückseigentümer habe Einfluss auf die Besetzung einer Beratergruppe nehmen können. Schweikardt fragt nach, ob es sein könne, „dass genau diese Person, deren Familie durch großen Grundstücksbesitz im Planungsbereich die finanziellen Nutznießer seien, als Ratsmitglied offiziell fordern kann, dass andere Meinungen nicht gehört werden dürfen.“ Schweikardt bat die Stadtverwaltung gestern um eine eindeutige Einhaltung der Befangenheitsregeln.

Meinung Dass im Bewertungsgremium auch ein Vertreter der Initiative Alter Farrenstall vertreten sein soll, ist nach Ansicht der Faurndauer SPD nur folgerichtig.

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