Die Boller Bahn lebte am Wochenende wieder auf – wenn auch nur in Bildern, Modellen und Erzählungen. Eine Ausstellung im Bodenfeld, die mit historischen Fotos aus dem Landesdenkmalamt bestückt war, war beliebte Anlaufstelle. In Ebersbach standen dagegen Stücke einer Privatsammlung im Vordergrund.

Bei der Weihnachtsausstellung im Ebersbacher Stadtmuseum Alte Post geht es um "Eisenbahnen der Welt in Miniatur". Faszinierende Eisenbahnminiaturen einer Privatsammlung können bestaunt werden.

"Der Ebersbacher Bahnhof gehört zu den ältesten Bahnhöfen in Deutschland, seit nunmehr 165 Jahren ist er in Ebersbach in Betrieb. Damals war es noch was schickes, mit der Bahn zu reisen. Zumeist konnten sich diesen Luxus nur reiche Leute leisten", begrüßte der Leiter des Ebersbacher Stadtmuseum "Alte Post", Uwe Geiger, rund 50 Gäste und Eisenbahnfans.

"Eisenbahn bewegt, nicht nur Personen und Güter. Tauchen Sie ein in die Ausstellung und lassen Sie sich von der Nostalgie der Miniatureisenbahnen anstecken und verzaubern." Die älteste der ausgestellten Lokomotiven ist aus dem Jahre 1839, auch kaum erhältliche selbstgefertigte ungarische Modelle können in Ebersbach bewundert werden. Der Sammler, der die Ausstellungsstücke zur Verfügung stellt, möchte nicht genannt werden, verriet Bürgermeister Sepp Vogler den Besuchern gestern zur Ausstellungseröffnung und verwies darauf, dass die Eisenbahnminiaturen in mehr als 40 Jahren gesammelt wurden. Darunter echte Raritäten. "Die Kenner unter Ihnen wissen, was Sie erwartet, wenn sie durch die Ausstellung laufen", unterstrich Vogler den Wert der Sammlung.

Der Schwerpunkt der Schau liegt auf Dampflokomotiven. Es werden nur Modelle des Zwei-Leiter-Gleichstrom-Systems gezeigt. Lokomotiven aus vielen unterschiedlichen Ländern sind zu besichtigen, auch die Herkunftsarten sind unterschiedlich. Manche sind als Modellsatz gekauft und zusammengebaut, andere komplette Eigenbauten - was bis zu drei Monaten dauern konnte. Zu besichtigen gibt es unter anderem einen Akkutriebwagen aus dem Jahr 1909, einen Schienenomnibus aus dem Jahr 1914, Nebenbahnzüge aus Preußen, Württemberg und Bayern. Sowie allerlei Luxuszüge, so zum Beispiel den "Rheingold" von der deutschen Reichsbahn oder "Cresent Limited", ein Luxuszug der Southern Railroad um 1935 und vieles mehr.

Die Besucher kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, und es wurde fleißig gefachsimpelt und sich ausgetauscht. Die Modelle wurden gelobt, bestaunt und fotografiert und alle waren sich einig, dass die in Ebersbach zu sehenden Eisenbahnminiaturen von unschätzbarem Wert sind. Eine eigens dafür aufgebaute Eisenbahn konnten die Besucher bedienen, was diese mit einem strahlen im Gesicht annahmen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Februar 2013 und kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums in Ebersbach angeschaut werden.