Göppingen / PETER BUYER Orthopäden, Ärzte und andere Fachleute nahmen die Besucher auf Wunsch unter die Lupe und stellten ihnen ihr Angebot vor.

Rund 80 Aussteller in der geräumigen Werfthalle und auf der Empore – wer auf der elften Gesundheitsmesse Vitawell am Samstag und Sonntag alles sehen und vieles kennenlernen wollte, war gut beraten, ordentliches Schuhwerk zu tragen.

Wer noch keins hatte, konnte sich gleich in der Nähe des Eingangs von den Schuh-, Sport- und Orthopädie-Spezialisten Rollmann beraten lassen. Sportschuhe zum Joggen, Wanderschuhe für die Tour auf der Alb oder im Hochgebirge oder einfach bequeme Schuhe für die Straße und die weitläufige Werfthalle: Petra Rollmann und ihr Team vermessen, scannen und begutachten die Füße ihrer Kunden ganz genau und suchen dann den passenden Schuh heraus. Nicht nur die Füße haben sie im Blick, auch Menschen mit Knie­- und Hüftleiden können die Göppinger helfen. Denn oft hängen Probleme dort mit den Füßen zusammen, sagt Petra Rollmann. Viele Muskelstränge sind miteinander verbunden. Einlagen, die spezielle Muskelpartien in den Fußsohlen aktivieren, können beispielsweise helfen, schmerzende Knie zu stabilisieren.

Um Mobilität geht es auch am Stand nebenan. Jürgen Lier vom Gesundhaus Donzdorf zeigt verschiedene Rollatoren und Elektrorollstühle für die, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Wer sich traut, kann auch mit Rollator auf große Reise gehen, gleich gegenüber präsentiert das Reisebüro Reisewelt International aus Rechberghausen Kreuzfahrten. Oder sitzend tanzen: Auf der Aktionsfläche in der Mitte der Halle animiert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Menschen ab 60 zum Sitztanz. Wer stattdessen lieber die neuen Wanderschuhe ausprobieren will, bekommt um die Ecke Tipps für die Wanderung auf dem Jakobsweg.

Bildergalerie Vitawell: Fachleute stellen ihre Angebote rund um die Gesundheit vor

 Wem nach alldem die Puste ausgeht, der kann seine Lunge testen lassen. Am Stand der Alb-Fils-Kliniken dreht sich alles um die Gesundheit der Lunge. Das Angebot, ihr Lungenvolumen zu messen und eine Blutgasanalyse machen zu lassen, nahmen viele Besucher gerne an.

Ein paar von ihnen sollten sich demnächst im Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie in der Klinik am Eichert näher untersuchen lassen, sagt Dr. Timo Deininger, Leitender Arzt für Pneumologie. Dort treffen Patienten nicht nur auf Lungenfachärzte, sondern auch auf Thorax-, also Brustchirurgen. Denn bei der Diagnose und anschließender Therapie setzen die Spezialisten im Eichert auf Interdisziplinarität. Lungenfachärzte und Thoraxchirurgen behandeln die Patienten gemeinsam. „Das gibt es so nicht noch einmal in der Umgebung“, sagt Dr. Bernhard Keim, Leitender Arzt für Thoraxchirurgie.

Keim zeigt auch, wie operiert wird, er hat Operationsbesteck für den minimal-invasiven Eingriff dabei. Damit können die Besucher die „Schlüsselloch-Chirurgie“ kennenlernen und selbst ausprobieren. Durch je ein kleines Loch werden Kamera und Besteck in einen Kasten eingeführt. Wer die bunten Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielsteine damit herausholen will, muss jetzt auf den an der Wand hängenden Bildschirm schauen, das OP-Besteck im Kasten kann er durch das kleine Loch nicht sehen. Für Keim ist das Alltag, „minimal-invasive Eingriffe schonen den Patienten“, sagt er, sie kommen oft, aber nicht immer zum Einsatz. „Bei der Entfernung größerer Tumore machen sie keinen Sinn.“

Auch die Zukunft der Schlüsselloch-Chirurgie ist im Eichert schon angekommen: OP-Roboter. Hierbei führen Keim und seine Kollegen das OP-Besteck nicht mehr direkt mit der Hand, sie steuern mit den Bewegungen ihrer Hände den Roboter, der viel exakter arbeiten kann. Statt eines zweidimensionalen Bildes sieht Keim dann ein dreidimensionales auf dem großen Bildschirm. Im Sommer will er die ersten Operationen mit dem Roboter-Chirurgen vornehmen, bis dahin müssen er und seine Kollegen die Technik noch besser kennenlernen. Die sei ausgereift, sagt Keim, das System eines US-Herstellers sei in anderen Kliniken schon seit einiger Zeit mit Erfolg im Einsatz. Daran vorbei führe kein Weg, sagt Keim, „die Roboter sind die Zukunft, in zehn Jahren gibt es keine Klinik mehr ohne“.

Video Die Gesundheitsmesse Vitawell hat eröffnet