"Wir haben eine Generationen übergreifende Verantwortung und sind deshalb keine Lobby-Gruppe nur für Ältere", sagte Roland Sing, Vorsitzender des Landesseniorenrats, in seinem Impulsreferat zum "Miteinander der Generationen" im Forum der Göppinger Kreissparkasse.

Der Staatssekretär und SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich hatte im Rahmen der Reihe "Fachgespräche" mehrere Referenten geladen, die unterschiedliche Facetten des Verhältnisses Alt-Jung und Veränderungen einer alternden Gesellschaft beleuchteten. Die Moderation hatte Helge Thiele, Redaktionsleiter der NWZ, übernommen, der auch die lebhafte Diskussion der zahlreichen Besucher im Forum leitete und darauf hinwies, dass die NWZ das Thema Demographie und Alter schon länger begleite.

Roland Sing stellte die Aufgaben des Landesseniorenrates nach der Landessatzung vor, in der die "Interessenswahrnehmung der älteren Menschen über 60" festgeschrieben ist, von denen es in Baden-Württemberg 2,7 Millionen gibt. Zwei Drittel der 60- bis 85-Jährigen seien gar nicht von Einschränkungen betroffen, erklärte Sing und unterfütterte seine Aussagen mit alltags- und wirklichkeitsorientierten Beispielen etwa als Vater und Großvater, indem er aufzeigte, dass alle Generationen etwas von einer Zusammenarbeit hätten. Beispiele dafür seien, wenn etwa ehemalige Personalchefs junge Bewerber trainierten oder Enkel ihren Großeltern eine Computerschulung angedeihen ließen. Davon hätten beide Generationen einen Gewinn.

Der Referent berührte Fragen von Barriere- und Schwellenfreiheit, von Sicherheit im ÖPNV und Mobilität, er erwähnte alltagsunterstützende Techniken wie den sich automatisch abschaltenden Herd und Fragen zum Wohnen im Alter. Dazu war die Quintessenz von Sing: "Alle Generationen profitieren von gemeinsamen vernünftigen Lösungen." Bei den Älteren gehe es um ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden - 90 Prozent der Bevölkerung möchte das nach Umfragen für sich selbst. Deshalb solle man sich einmischen und nicht sagen, "mi hebt´s no aus", so der Rat von Sing.

In weiteren Kurzreferaten ging es um das Seniorennetzwerk Göppingen mit 20 Partnern (Peter Kunze), um Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung (Dieter Roitsch) und am Beispiel des Waldheims um die Arbeit des Kreisjugendrings mit Kindern und Senioren (Volker Landskron). Annelie Seitz-Sorg vom DRK stellte das Service-Plus-Projekt vor, bei dem es um Beratung und Wohnungsanpassungen an die Bedürfnisse älterer Menschen geht.

Bei der anschließenden Diskussion wurden viele Bereiche angesprochen wie die Landesbauordnung oder die Unterstützung des Ehrenamts. Ein Besucher monierte, dass es in der Göppinger Innenstadt bei Lebensmitteln zu wenig Einkaufsmöglichkeiten gebe. Ein anderer Diskussionsteilnehmer regte sich mächtig darüber auf, "dass es die Stadt beim Bau der Kunsthalle nicht geschafft hat, einen Aufzug einzubauen und Barrierefreiheit ins Untergeschoss herzustellen".

Das Gesangsensemble der Jugendmusikschule unter Pia Schäfer-Mayer umrahmte den Abend mit Volksliedern.