Konzert Facettenreiches Crossover

Göppingen / Annerose Fischer-Bucher 12.03.2018

Volles Haus Oberhofenkirche Göppingen – und die Akteure mussten als Zugabe nochmals die fetzigen Rhythmen der Nummer vier des jazzigen „Magnificat“ des Ebersbacher Komponisten Bobbi Fischer (alias Karl Albrecht) musizieren. Und das taten sie mit enormer Spiellust zur großen Freude der überschwänglich Beifall spendenden Zuhörer.

Der Kammerchor Capella Nova, eine nicht alltäglich zusammengesetzte Instrumentalgruppe zwischen Klassik und Jazz-Combo und die Sopranistin Gundula Peyerl führten unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Gerald Buß beim Benefiz-Konzert des Rotary-Clubs Göppingen-Stauferland sowohl das „Magnificat“ als auch die „Missa Latina“ von Fischer auf.

Schon zum zehnten Mal organisierten die Rotarier diese Veranstaltung, deren Präsident Hans-Jürgen Schutzbach bei der Begrüßung von gemeinsamen Zielen und Vorstellungen im Bezug auf die Gute-Taten-Aktion der NWZ sprach. Redaktionsleiter Helge Thiele dankte den Rotariern und den Zuhörern für ihr Engagement und ließ durchblicken, dass dieses Jahr wieder mit einem sehr guten Ergebnis dieser 44. Aktion gerechnet werden könne.

Schon beim Kyrie der Messe war ein erstaunlich musikalisch-kompositorischer Facettenreichtum zu hören, der sich durch die gesamte Messe und durch den Gesang Marias, das Magnificat, zog. Da begann der Chor mit Dissonanzen modernistisch klassisch, danach mit einer Fuge, um dann zusammen mit der Combo, die einen cremig-süffigen Sound erzeugen konnte, sämtliche Crossover-Elemente einzuführen. In kluger Abwechslung verschiedener Genres mit ansteckenden karibischen Rhythmen, argentinischem Tango-Flair, mit Latin-Jazz sowie mit Improvisationen konnten die Zuhörer eine große Bandbreite musikalischer Stilmittel bis hin zu minimalistischen Formen erfahren.

Gerald Buß verstand es, seinen Chor bei nicht leichten tonalen und rhythmischen Einsätzen zu leiten und zu unterstützen. Er dirigierte mit viel Umsicht und mit Leichtigkeit. Gundula Peyerl sang ihre solistischen Sopran-Parts klangschön und in Zwiesprache mit dem Chor. Dieser präsentierte die Akzentuierungen, Synkopen, Verschiebungen und Umdeutungen, jazzigen Variierungen, Wiederholungen, das Psalmodierende oder das Pathetische sowie das lustvoll Rhythmische überzeugt und glänzend.

Zusammen mit einer ungewöhnlichen Besetzung (Saxofon, Querflöte, Akkordeon, zwei Violinen, Kontrabass, Klavier, Schlagzeug und Percussion), aus deren Reihen jeder einzelne aufgrund einer ganz besonderen Leistung extra gelobt werden müsste, gelang eine begeisternd frische Aufführung.

Ulrich Schlumberger  (Akkordeon), Jochen Feucht (Sax und Flöte) sowie die beiden Schlagzeuger Aaron Buß und Dominik Pscheidt  hatten daran großen Anteil. Zusammen mit dem, was zwischen den Noten passierte, war dieses Abschluss-Konzert ein außergewöhnliches. Zurecht großer Beifall.

Die Programme der Benefizkonzerte seit 2011 im Einzelnen

Benefizkonzert Zum zehnten Mal veranstaltet der Rotary-Club Göppingen-Stauferland ein Benefizkonzert zugunsten der NWZ-Aktion „Gute Taten“. Seit 2011 hat Gerald Buß alle Programme geleitet.

Die Programme:
2011 Thema „Breath Paths – Atemwege“, Mitwirkende: Capella Nova und Lutz Mandler
2012 „Concerto Festivo“ mit Brandenburgischem Konzert von J. S. Bach
2013 Brahms-Requiem mit Capella Nova, Gundula Peyerl, Christian Hilz unddem Klavierduo Grau Schumacher 
2014 Gospelprojekt „We can move mountains“ mit Joyful Voices & Band
2015 „O Magnum Mysterium“ mit Capella Nova und Katarzyna Myćka (Marimbaphon)
2016 „You make me sing“ mit Joyful-Voices & Band sowie Projektchor
2017 „Rhythm & Brass“ mit Bezirksbläserensemble Göppingen, Aaron Buss (Pauken) und Lutz Mandler (Trompete)

Location Die Benefizkonzerte finden regelmäßig in der Oberhofenkirche statt, beim Konzert im Jahr 2017 wurde in die Stadtkirche ausgewichen.

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