Göppingen Exquisite Darbietungen

Göppingen / HEINZ BÖHLER 26.04.2012
Einen Höhepunkt des vom Göppinger Kulturkreis gestalteten Konzertprogramms stellte das Gastspiel des renommierten Fauré-Quartetts dar.

Die vier Musiker des derzeit wohl meistgelobten Klavierquartetts der europäischen Szene begeisterten in der Göppinger Stadthalle mit Stücken von Gustav Mahler, Ludwig van Beethoven und dem Namenspatron des Quartetts, Gabriel Fauré.

Seit nunmehr 16 Jahren spielt das Fauré Quartett in unveränderter Besetzung mit Erika Geldsetzer an der Violine, dem Bratschisten Sascha Frömbling, Konstantin Heidrich am Cello und Dirk Mommertz am Flügel. Gebildet hat sich das ausgesprochen erfolgreiche Ensemble aus vier ehemaligen Karlsruher Musikstudenten, inzwischen wird es in aller Welt gefeiert. Obwohl die Gattung Klavierquartett im Konzertsaal und auf Tonträger weit weniger verbreitet ist als etwa das Streichquartett oder das Klaviertrio, hat es das Fauré-Quartett mit seinen Veröffentlichungen geschafft, unter die ersten 20 der deutschen Klassikcharts zu kommen, ein Novum in der Geschichte der Notierungen.

Schon die ersten Akkorde des Klavierquartetts in a-Moll von Gustav Mahler gingen unter die Haut, ebenso das folgende Es-Dur-Quartett von Ludwig van Beethoven.

Daneben hatten die vier jungen Musiker auch das zweite der beiden Klavierquartette von Gabriel Fauré, dem Namenspatron des Ensembles im Gepäck. Mit seiner unnachahmlichen, dabei ungeheuer melodischen Leichtigkeit und Eleganz darf Gabriel Faurés Klavierquartett Nr. 2 in g-Moll einen Spitzenplatz in der Rangliste europäischer Kammermusik dieser Art beanspruchen, gehört es doch nicht nur zu den reizvollsten Werken französischer, sondern der Kammermusik überhaupt.

Am Dienstagabend war diesem Leib- und Magen-Stück des Quartetts der zweite Teil des Abends nach der Pause vorbehalten. Es war den Akteuren anzumerken, dass sie mit diesem 1886 entstandenen Meisterwerk etwas Besonderes verbindet und es gelang den vier zu einer musikalischen Einheit gewachsenen Künstlern, dieses Gefühl auch dem Publikum zu vermitteln, das denn auch am Ende mit Applaus nicht geizen wollte.