Göppingen Eurokrise weggesteckt

Die Göppinger Volksbank ist mit dem Geschäftsjahr 2011 zufrieden. Vorstandssprecher Dr. Peter Aubin (l.) und sein Vorstandskollege Hermann Sonnenschein legten gestern die Zahlen vor. Foto: Archiv
Die Göppinger Volksbank ist mit dem Geschäftsjahr 2011 zufrieden. Vorstandssprecher Dr. Peter Aubin (l.) und sein Vorstandskollege Hermann Sonnenschein legten gestern die Zahlen vor. Foto: Archiv
Göppingen / SWP 11.02.2012
Die Göppinger Volksbank erzielte 2011 einen Überschuss von 20,5 Millionen Euro. Vorstandssprecher Dr. Peter Aubin und sein Vorstandskollege Hermann Sonnenschein stellten jetzt den Jahresabschluss vor.

Mit dem Überschuss von 20,5 Millionen Euro vor Steuern erzielte die Volksbank Göppingen nach Aussagen von Vorstandssprecher Dr. Peter Aubin erneut ein sehr gutes Ergebnis, wenn auch der Spitzenwert des Vorjahres (24,5 Millionen Euro) um vier Millionen Euro verfehlt wurde. Aubin begründete den Ergebnisrückgang wie folgt: "Einmal hat die Verflachung der Zinskurve die Erträge der Bank aus der Fristentransformation geschmälert. Das heißt, das Zinsergebnis profitierte weniger als im Vorjahr von der Anlage der kurzfristigen Kundeneinlagen in den überwiegend lang laufenden Kundenkrediten und eigenen Wertpapieranlagen der Bank. Außerdem belastete die Euro-Schuldenkrise das Bewertungsergebnis aus Wertpapieren mit zehn Millionen Euro." Hermann Sonnenschein ergänzte: "Im Kundengeschäft drückte der harte Wettbewerb weiter auf die Zinsmarge. Darüber hinaus litt der Provisionsertrag im Wertpapiergeschäft unter der krisenbedingten Kaufzurückhaltung der Kunden, was uns 800 000 Euro Ertrag kostete".

Aubin sieht aber auch positive Entwicklungen. "Vor allem konnten die Kursverluste auf die Wertpapiere der Bank nahezu vollständig durch das positive Risikoergebnis im Kreditgeschäft kompensiert werden. Hier profitierten wir von der anhaltenden Erholung der Wirtschaft nach der tiefen Krise 2009. Nachdem wir bereits 2010 netto 3,2 Millionen Euro Wertberichtigungen hatten auflösen können, stieg der Auflösungsbetrag 2011 auf 9,6 Millionen Euro. Damit haben wir die 2009 gebildete Risikovorsorge von 17,3 Millionen Euro weitgehend wieder auflösen können."

Nach Erholung der Wirtschaft sind die Kredite wieder um 2,1 Prozent gewachsen. Dabei legten die Kredite an Privatkunden um 1,5 Prozent (Vorjahr 3,3 Prozent) zu. Die Kredite an Firmenkunden legten mit 0,6 Prozent weniger zu als im Vorjahr (+ 2,6 Prozent). Im Einlagen- und Verbundgeschäft wurden 49,5 Millionen Euro neue Anlagegelder eingeworben. Die Spareinlagen wuchsen auf 776,1 Millionen Euro, die Sichteinlagen auf 557,4 Millionen Euro). Dies sei insbesondere den VR-Giro-Online- und Kapitalsparkonten zu verdanken, die auf Grund der über Geldmarktniveau liegenden Verzinsung besonders attraktiv seien, so Aubin.

Hermann Sonnenschein betonte, dass die Volksbank auch 2011 ihre Wertpapierkunden sicher durch die Finanzkrise gesteuert hat: "Bei einem Dax-Minus von 14,8 Prozent hatten unsere Wertpapierkunden insgesamt nur 4,3 Prozent Kursverluste zu verkraften. Da sind aber noch Zinsen, Dividenden und Fondsausschüttungen dagegen zu rechnen, so dass über alles kaum Geld verloren wurde. Bei den Anlagen in "Union"-Fonds belief sich das Kursminus insgesamt sogar auf nur 1,4 Prozent, auch hier ohne Berücksichtigung der Ausschüttungen."

Aus Vorsichtsgründen hat der Vorstand 2011 die Geldanlagen bei anderen Banken und die eigenen Wertpapieranlagen der Bank mit 731,2 Millionen Euro nur unbedeutend erhöht und so weiter auf das Anlagevolumen beschränkt, das sich zwingend aus dem Überhang der Einlagen über die Kredite von 584,3 Millionen Euro und dem wirtschaftlichen Eigenkapital der Bank von 191,7 Millionen Euro ergibt. Die Geldaufnahmen bei Banken wurden um 14,1 auf 95,1 Millionen Euro abgebaut. Aubin: "Angesichts der andauernden Finanzkrise beschränken wir unsere Anlagen auf dem Kapitalmarkt auf das Notwendigste und achten strikt auf beste Bonität der Schuldner."

Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme der Göppinger Volksbank 2011 um 39,6 Millionen Euro auf 1,743 Milliarden Euro.

Aubin zeigte sich zufrieden, dass die Volksbank im Verlauf der Finanzkrise mit ihren Wertpapieranlagen noch keine Verluste gemacht hat: "Die Finanzkrise beschäftigt uns jetzt schon seit 2008, also seit vier Jahren. Über diesen Gesamtzeitraum beliefen sich die Wertpapierergebnisse der Bank auf insgesamt plus 5,4 Millionen Euro, das heißt, die Volksbank hat bisher aus ihren Wertpapieranlagen keinen Euro verloren."

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