Städtebau Erste Pläne für neues Viertel

Göppingen / Arnd Woletz 18.01.2017

In Göppingen fehlen Wohnungen. Die Stadt braucht Geld zur Gegenfinanzierung für ihr geplantes „Rathaus II“ am Bahnhof. Das ist die Ausgangslage für ein mögliches neues Quartier rund ums Technische Rathaus und die Kunsthalle in der Nordstadt.

Wenn die Verwaltungsmitarbeiter vom Nordring in den Neubau am Bahnhof umgezogen sind, könnte es los gehen. Die Kunsthallenumgebung kann sich dann neu entwickeln. Die Stadt hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die am Donnerstag erstmals im Ausschuss für Umwelt und Technik diskutiert wird. In der kommenden Woche soll der Gemeinderat einen städtebaulichen Wettbewerb aufs Gleis setzen. Sechs bis acht Büros sollen ihre detaillierten Vorschläge einreichen, wenn das Gremium zustimmt. Dann sollen auch mögliche Investoren eingebunden werden.

Die Planer der Machbarkeitsstudie gehen davon aus, dass es möglich ist, das Technischen Rathaus zu 26 Loftwohnungen unterschiedlicher Größe umzubauen. Der nördliche Flügel soll abgebrochen werden, um einen großzügigeren Kunsthallenhof zu schaffen. Die Kunsthalle soll demnach auch die bisherigen Volkshochschul-Räume im westlichen Trakt dazubekommen. Für die VHS müssten neue Räume gefunden werden. Außerdem hätten im Technischen Rathaus gut 600 Quadratmeter Läden und Büros sowie 650 Quadratmeter Gastronomie-Flächen Platz.

Weitere 65 Wohnungen könnten auf den nördlich angrenzenden städtischen Grundstücken mit einer Größe von etwa 4400 Quadratmetern bis hinauf zur Öchslinstraße gebaut werden, so sieht es die Studie vor. Für diese Wohnungen haben die Planer mehrere Varianten erarbeitet.

Die Verwaltung favorisiert eine aufgelockerte Bebauung von vier quadratischen bis rechteckigen und bis zu fünf Stockwerke hohen Mehrfamilienhäusern (siehe Grafik Variante 1). Für sie ist das Etikett „Wohnen im Grünen“ vorgesehen.

Die Fläche des jetzigen VHS-Pavillons könnte als Parkplatz für etwa 25 Autos genutzt werden. Insgesamt werden laut der Machbarkeitsstudie aber 145 Stellplätze benötigt, so dass auch eine große Tiefgarage gebaut werden muss. Die Zufahrt sollte laut der Machbarkeitsstudie von der Gärtnerstraße aus erfolgen.

TechnischesRathausGP

Weitere mögliche Neubauten sieht die Machbarkeitsstudie auch an der Ecke Marstallstraße/Nördliche Ringstraße sowie als Erweiterung im südlichen Eingangsbereich des gut 125 Jahre alten Bestandsgebäudes vor. Die Platanen entlang der Nördlichen Ringstraße könnten demnach erhalten werden und es böte sich Platz für Außengastronomie.

Das Gebäude des Technischen Rathauses wurde 1890 als Korsettfabrik Rosenthal und Fleischer gebaut. In den Jahren 1929 und 1930 wurde das Gebäude nach Westen erweitert und zu einer Schule umgebaut. Nach schweren Kriegsschäden wurde die Gewerbeschule saniert und erneut erweitert sowie nach Norden um ein Schul- und Werkstattgebäude ergänzt. Als die Gewerbliche Schule Anfang der 80er Jahre an die Öde umzog, wurde das Hauptgebäude als Technisches Rathaus und die Nebengebäude für die Volkshochschule beziehungsweise Kunsthalle neu genutzt.

Die Vorgaben für die Machbarkeitsstudie

Studie: Das Büro Dauner Rommel Schalk wurde von der Stadt mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die jetzt vorliegt. Die Vorgaben waren unter anderem:

Kunsthalle: Die Kunsthalle soll an ihrem jetzigen Standort bleiben und künftig das gesamte Gebäude nutzen. Die von der VHS genutzten Räume werden verlegt. Der Kunsthallenplatz wird aufgewertet.

Technisches Rathaus: Es sollte geprüft werden, ob sich die Räume des Technischen Rathauses nach der Sanierung als Loftwohnungen eignen und was man umbauen müsste.

Wohnhäuser Das Quartier soll durch neue Wohnbebauung ergänzt werden. Prüfauftrag:welche Dichte das Viertel verträgt und wie viele Wohneinheiten sind.

Verkehr: Teil der Studie waren Lösungen für die Themen Parken und Zufahrten.

Bäume: Der Baumbestand aus stattlichen Platanen soll weitgehend erhalten bleiben.

Fußgänger: Gewünscht wird eine attraktive Fußgängerverbindung in Nord-Süd-Richtung von der Öchslinstraße zur Nördlichen Ringstraße durch das Quartier.

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