Tupelo Dream: Der Bandname erinnert an den Geburtsort Elvis Presleys, die Musik des amerikanischen Südens, an Songs von so unterschiedlichen Künstlern wie John Lee Hooker, Van Morrison und Nick Cave. Oder ganz einfach an Rock, wie Frontfrau und Sängerin Claudia Vorbach am Freitagabend in der Geislinger Seemühle meinte. Und rocken kann sie, die vierköpfige, einst in Tübingen gegründete Band. Und noch viel mehr, wie sich im Laufe des Abends in der spärlich besuchten Geislinger Seemühle herausstellte.

Ist der Opener noch ein relativ geradliniger Country-Rocker, geprägt von harten Gitarrenakkorden und der Power-Stimme von Claudia Vorbach, merkte man jedoch bald, dass sich Tupelo Dream nicht nur einem Genre verschrieben haben, sondern Stilrichtungen miteinander vermischen, wie es ihnen gefällt: Daniel Bratzkes Bass fing an zu hüpfen, Desert-Rock-Soli verbanden sich mit tanzbaren Grooves, Claudia Vorbachs Stimme wechselte zwischen Sprechgesang und Rock-Röhre, Funk verband sich mit Jazz-Anleihen. Der Song "Provided" von Tupelo Dreams neuem Album "Get Your Soul on Fire" ließ eine überschwängliche Power-Pop-Melodie über schwerer Hard-Rock-Kulisse fliegen, das schräge Liebeslied "Beside You" baute ein bedrohliches Heavy-Metal-Szenario auf, nur um im Refrain wieder die Sonne aufgehen zu lassen.

Mit der Zeit wirkten die Songs des Quartetts trotz des interessanten Stilmixes etwas berechenbar in ihrer Laut-Leise-Dynamik. Doch vor allem Gitarrist Tobias Frank sorgte mit seiner Kombination aus variantenreicher Rhythmus- und virtuoser Leadgitarre immer wieder für Überraschungen, Schlagzeuger Hardy Philipp und Bassist Daniel Bratzke würzten die Songs je nach Bedarf mit leichtfüßigen Latin-Rhythmen oder hammerschweren Metal-Attacken und Claudia Vorbach schaffte mit einer unplugged vorgetragenen Folk-Ballade Platz für die leiseren Zwischentöne.

Alles in allem präsentierten sich Tupelo Dream in der Geislinger Seemühle als interessante, mitreißende und spielfreudige Band, die ein größeres Publikum verdient gehabt hätte.