Es ist ein Sieg, wie er deutlicher fast nicht hätte ausfallen können: CDU-Kandidat Hermann Färber aus Böhmenkirch hat sich bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Göppingen klar durchgesetzt: Mit 49 Prozent hat er das Direktmandat gewonnen und damit jene Kritiker in und außerhalb seiner Partei Lügen gestraft, die ihm einen solchen Triumph nicht zugetraut hatten. Mit seinem Erststimmenergebnis hat Färber nicht nur das Resultat seines Vorgängers Klaus Riegert bei der Wahl vor vier Jahren um knapp sechs Prozentpunkte übertroffen. Mit seinen 49 Prozent lag der 50-jährige Landwirt auch über dem Zweitstimmenergebnis seiner Partei im Wahlkreis. In seiner Heimatgemeinde Böhmenkirch holte Färber sogar stolze 68,4 Prozent, in Ottenbach 60,4 Prozent, in Bad Überkingen 60,7 Prozent. Entsprechend gefeiert wurde gestern auf der Wahlparty bei der Firma Lambert im Göppinger Stauferpark.

Färber ist allerdings nicht der einzige Politiker, der den Wahlkreis Göppingen künftig als Abgeordneter in Berlin vertritt: Auch die SPD-Kandidatin Heike Baehrens hat es geschafft. Die 58-jährige Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Württemberg zieht über die Landesliste ihrer Partei ins Parlament ein. Für Baehrens war der Wahlabend aber zunächst eine Zitterpartie: Die Sozialdemokratin musste bis weit nach 23 Uhr warten, bis feststand, dass es für sie geklappt hat. Entsprechend groß war bei ihr die Freude. Ihr Erststimmenergebnis im Wahlkreis lag gestern mit 24,2 Prozent um 2,3 Prozentpunkte niedriger als das ihres Vorgängers 2009, dem Kreisvorsitzenden Sascha Binder. Am besten schnitt Heike Baehrens in Wangen ab (29 Prozent), am schlechtesten in Färbers Heimatgemeinde (13,2 Prozent) und Hohenstadt (11,7 Prozent).

Ein Desaster erlitt der bisherige FDP-Bundestagsabgeordnete Werner Simmling. Er war angetreten, um das Direktmandat im Wahlkreis zu gewinnen. Das hatte der 68-Jährige im Wahlkampf immer wieder betont – und war dafür oft genug belächelt worden. Gestern flog der Liberale samt seiner Partei in hohem Bogen aus dem Bundestag. Gerade einmal 3,4 Prozent der Wähler gaben Simmling die Erststimme. Vor vier Jahren waren es immerhin noch 10,3 Prozent gewesen. Selbst in seinem Heimatort Hohenstadt konnte der Ex-Manager nur 6,5 Prozent für sich verbuchen. Das wurmt Simmling besonders. In Aichelberg waren es nur 2,5 Prozent, genauso wenig waren es in Dürnau.

Mehr ausgerechnet hatte sich auch Dennis De von den Grünen. In Bad Boll konnte er sich über 20,1 Prozent der Stimmen freuen, kreisweit blieb der Professor für Volkswirtschaftslehre bei 10,7 Prozent stehen. Kleiner Trost für Dennis De, der keinen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste hatte: Er konnte das Erststimmenergebnis der Grünen im Wahlkreis im Vergleich zur Wahl von 2009 in etwa halten. Thomas Edtmaier (Linke) kam auf 3,6 Prozent der Erststimmen – und lag zwar vor Julian Beier von den Piraten (2,0 Prozent), aber hinter Volker Münz, dem Kandidaten der Alternative für Deutschland (AfD): Der Uhinger holte 5,3 Prozent.