Bereits am Donnerstag hatte Oliver Brimmers von der Kölner Firma IFH die im Herbst vergangenen Jahres umgesetzte Studie „Vitale Innenstädte“ im Göppinger Gemeinderat vorgestellt. Am Freitagabend waren nun die Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen eingeladen. Christine Kumpf von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Göppingen zog bei dieser Gelegenheit eine positive Bilanz. Ihr ist klar, dass sich nicht alle Vorschläge Brimmers’ direkt umsetzen lassen und die Ergebnisse der Studie zunächst analysiert werden müssen. „Aber kleine Schritte, in Kooperation mit den Einzelhändlern, sind machbar“, so Kumpf.

Für Till Herwig, der ehemals eine Buchhandlung in der Innenstadt besaß, stellte sich außerdem die Frage, welche Vorzüge das klassizistische Stadtbild Göppingens gegenüber mittelalterlichen Städten hat. Dieser Faktor wirke sich schließlich auch auf den Befragungspunkt Ambiente und Flair aus. „Ihr habt hier sehr viele Möglichkeiten: Breite Straßen und einen großen Markplatz, auf dem man Veranstaltungen direkt in der Stadt abhalten kann“, betonte der Einzelhandelsexperte Brimmers.

Präsenz im Netz essentiell

Auch das Einkaufserlebnis ist in die Besucherbewertung eingeflossen – ein Punkt, der Susanne Fischer von der Binderei schon seit langer Zeit besonders wichtig ist. Ein Onlineshop, wie er von Brimmers vorgeschlagen wurde, ist bei ihrem Geschäft eher schwierig. „Aber eine Präsenz im Netz, auf Facebook oder Instagram ist essentiell“, stellte Fischer heraus. Tatsächlich waren auch viele Einzelhändler überrascht, dass lediglich jeder zehnte Euro in den Onlinehandel fließt und Göppingen mit einem sehr großen Einzugsgebiet von rund 200 000 Menschen punkten kann.

Nun gelte es, so Markus Jungbauer vom Fachgeschäft Euronics Speidel, „die Vorzüge Göppingens herauszustellen, um somit gegenüber Nachbarstädten erfolgreicher zu werden“. Er sieht, wie auch Wirtschaftsförderin Christine Kumpf, vor allem die Möglichkeit von gemeinsamen Aktionen. Schließlich war bei der Präsentation zu erkennen, dass gerade samstags die Besucher wegen des Gastronomieangebots in die Stadt fahren. Genau diese Besucher sollte man abgreifen und in weitere Läden bringen. Die Wirtschaftsförderung habe bereits in einer Serie versucht, die Vielfalt Göppingens, seien es Veranstaltungen, Einkaufs- oder Gastronomieangebote, den Besuchern näher zu bringen. „Heute haben wir erfahren, dass man noch deutlich mehr machen kann – also packen wir es an“, fasste Kumpf am Ende der Veranstaltung zusammen. Nach Auswertung und Analyse der Daten soll im Herbst ein Maßnahmenpaket geschnürt und gestartet werden.