Kreis Göppingen Einstieg erst im nächsten Jahr

Am Schulzentrum an der Öde in Göppingen soll es nach dem Willen des Kreistags künftig weitere sechsjährig ausgebaute berufliche Gymnasien geben - aber erst im Schuljahr 2013/2014. Foto: Archiv/Giacinto Carlucci
Am Schulzentrum an der Öde in Göppingen soll es nach dem Willen des Kreistags künftig weitere sechsjährig ausgebaute berufliche Gymnasien geben - aber erst im Schuljahr 2013/2014. Foto: Archiv/Giacinto Carlucci
ARND WOLETZ 16.03.2012
Den angestrebten Ausbau der beruflichen Gymnasien im KreisGöppingen wird es erst im Schuljahr 2013/2014 geben. Mit einem Ansturm in den neuen Schulformen an der Öde wird aber generell nicht gerechnet.

Den Ausbau des Technischen Gymnasiums, des Ernährungswissenschaftlichen und des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums im Berufschulzentrum an der Öde wird es frühestens zum Schuljahr 2013/2014 geben. Darauf weisen die betroffenen Schulen und das Kultusministerium hin.

Wie berichtetet, hatte der zuständige Ausschuss des Kreistags einhellig befürwortet, diese drei Schulformen an der Öde künftig sechsjährig auszubauen. Dann können Kinder ab der siebten oder achten Klasse ein solches berufliches Gymnasium besuchen. Bisher ist das in Göppingen nur am Wirtschaftsgymnasium möglich.

Laut Kreistagbeschluss soll der Ausbau "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" kommen. Das Ausbauprogramm für das kommende Schuljahr ist aber bereits beschlossen, sodass Göppingen frühestens im Schuljahr 2013/2014 zum Zuge kommen wird. Das aber halten die Schulleiter der betroffenen Schulen an der Öde für keinen Fehler - im Gegenteil. Nach Anicht von Siegfried Pietrass, Leiter der Gewerblichen Schule, an der das Technische Gymnasium angesiedelt ist, hat das zwei Vorteile: Zum einen gebe es bisher nicht einmal Lehrpläne für die unteren Klassen der neuen Fachrichtungen. Zum anderen lassen sich im nächsten Jahr eher die Schülerströme erahnen, die auf die Schule zukommen. Dies sei besser als ein Schnellschuss. Eines aber macht Pietrass ganz deutlich: Mit einem Ansturm auf die ausgebauten Schulformen rechnet er nicht. Er schätzt den Bedarf an allen drei Zügen zusammen auf eine weitere Klasse pro Jahrgangsstufe, die zusätzlich zu den bestehenden beiden Klassen am Wirtschaftsgymnasium eingerichtet werden müssen.

Auch Günther Gödecke, der stellvertretende Leiter der Justus-von Liebig-Schule, betont: Im kommenden Jahr könne man zunächst beobachten wie sich angesichts der anstehenden Veränderungen in der Schullandschaft die Anmeldezahlen entwickeln. Auch die Lehrerversorgung sei noch ungeklärt.

Absehbar ist, dass die beruflichen Gymnasien an der Öde künftig bei der sechsjährigen Ausbaustufe eng kooperieren, wie sie das heute im WG und den dreijährigen Ausprägungen tun. Siegfried Pietrass sieht vor allem für technisch interessierte begabte Schüler "eine echte Chance" auf dem sechsjährigen TG.