Göppingen Lumberjack Bigband ist musikalischer Höhepunkt

Göppingen / Von Werner Schmidt 10.09.2018
Der Auftritt der Lumberjack Bigband und ihrer musikalischen Gäste  ist der Höhepunkt des Stadtfestes.

Es war eindeutig der Höhepunkt des diesjährigen Stadtfests: Mit der Lumberjack Bigband hat eine lokale Ausnahmeerscheinung ihren Ruf als die Bigband im süddeutschen Raum bestätigt. Wobei Band-Leader Alexander Eissele immer wieder der beste Werbeträger für seine Formation ist. Ein Wermutstropfen allerdings fällt ins Weinglas: Es war eine der letzten Veranstaltungen in diesem Jahr. Die Band hat beschlossen, 2019 eine Pause zu machen, um sich intern neu zu strukturieren.

Aber dafür haben die Lumberjacker auf der kleinen Bühne auf dem Marktplatz am Samstagnacht einen Knaller nach dem anderen gebracht. Mal abgesehen von dem Programm, das genau das umfasste, womit viele Radiosender immer Eigenwerbung betreiben: Die besten Ohrwürmer von den 70ern bis zu den 2000ern. Dabei waren Sänger und Sängerinnen, die man sonst im Fernsehen sieht: Kai Podack von der Acapella-Gruppe „Füenf“, die Schweizer Musicaldarstellerin Nadja Scheiwiller sowie Julia Wiesberg und Tansy Davis. Die zwei letztgenannten traten als Backgroundsängerinnen auch in den Vordergrund, wobei vor allem Tansy Davis mit einer Stimme brillierte, die insbesondere bei dem Song „Proud Mary“ von Creedence Clearwater Revival die mehreren tausend Menschen auf dem Marktplatz nahezu zum Schweigen brachte.

Für sozialen Zweck gesammelt

Kai Podack war kurzfristig für den erkrankten Alexander Klaws eingesprungen. Ein durchaus würdiger Vertreter, der stimmlich an den verstorbenen Roger Cicero erinnert. Mit Nadja Scheiwiller brachten Podack und die Lumberjacker das „Saturday Night Fever“ in die Göppinger Innenstadt. Viele Songs aus dem Tanzfilm, mit dem auf immer die Namen John Travolta und Bee Gees verbunden bleiben werden, gehörten zu dem fast vierstündigen Programm.

Dabei war die Bigband noch nicht mal von den Stadtfest-Organisatoren eingeladen worden. Ursprünglich wollte Katrin Hofmann vom Praxis-Zentrum Göppingen auf dem zum Christophsbad gehörenden Freihof-Gelände am Stadtfest-Samstag ein Open-Air-Benefiz-Konzert mit Alexander Klaws und der Lumberjack Bigband veranstalten. Stadtfest-Koordinator Paul Lambert, durch die „Lambert-Open“ eng verbunden mit der Formation aus Göppingen, griff die Idee auf und schlug vor, dieses Mega-Event in Kooperation mit dem Praxis-Zentrum auf dem Stadtfest Göppingen als musikalischen Höhepunkt zu präsentieren. Eine Idee, die zum 35-jährigen Bestehen des Stadtfests freudig umgesetzt wurde. Noch dazu, als Alexander Eissele auf der Bühne das Projekt schilderte und anschließend Spenden gesammelt wurden, die das Therapie-Zentrum einem sozialen Zweck zukommen lassen wird.

Revival für die Bigband

Für die Lumberjack-Bigband war es ein Revival, denn „zum letzten Mal haben wir im vergangenen Jahrtausend auf dem Stadtfest gespielt“, sagte Eissele. Katrin Hofmann „mag die Musik, die Interpretationen und die Ideen, die Alexander Eissele einbringt.“ Die Sportwissenschaftlerin ist da nicht allein, denn auch Birgit Gerlach aus Göppingen ist begeistert von der Musik, dem Ambiente, der Stimmung. Dieser Begeisterung  kann sich ihr Mann Silvio auch nicht ganz verschließen, wenn auch der Bigband-Sound der Lumberjacker nicht ganz so sein Ding sei: „Die Musik kann man sich anhören“, meint er diplomatisch, gesteht aber, dass ihm die Musik von Spandau Ballet deutlich näher stehe.

Musiker brauchen kreative Pause

Im kommenden Jahr wird die Bigband eine kreative Pause einlegen: „Ich werde sie vermissen“, sagte Katrin Hofmann. Aber es sei notwendig, meinte Bandleader Eissele. Seit mehr als 30 Jahren ist die Band sein Hobby. Er pendelt ständig zwischen Lüneburg – er ist im Orchester des dortigen Theaters Klarinettist – und Göppingen. In Lüneburg ist sein musikalisches Repertoire sehr klassisch ausgerichtet. Als Gegenpol hat er hier den Swing und Jazz: „Ich will weder auf den Jazz noch auf die Klassik verzichten. Aber ich bin Musiker“, sagte Eissele am Rande des Konzerts am Samstag. Die Leitung der Bigband verlange von ihm aber zu 75 Prozent Verwaltungsarbeit.

Durch die einjährige Pause sollen die Band und die interne Organisation auch durch die Arbeit eines Managers umstrukturiert werden, so dass Eissele wieder mehr Zeit für die Musik bleibe. Und dank vieler Sponsoren sei jetzt schon sicher gestellt, dass die Lumberjack Bigband 2020 wieder auf Tour gehe.

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