Göppingen Eine Stele als Anerkennung

Göppingen / MARGIT HAAS 11.06.2012
Initiiert vom Komitee der Stauferfreunde, werden die Stauferstelen von Stiftern finanziert. In Göppingen ist das die Unternehmerfamilie Weiß.

Walter Weiß war 1916 in der Göppinger Oberhofenkirche getauft, später dort konfirmiert und auch getraut worden. Dass am Weg zu "seinem" Gotteshaus im Gedenken an ihn als Familienvater, aber auch in Anerkennung seiner unternehmerischen Erfolge eine Stauferstele künftig an das große mittelalterliche Herrschergeschlecht erinnern wird, hätte ihm bestimmt gefallen. "Es ist der posthume Dank für alles, was er uns gegeben hat und was er geleistet hat", betont sein Sohn Ulrich Weiß. "Wir haben ihm sehr viel zu verdanken. Ich habe sehr viel von ihm gelernt", erinnert er sich. Mutig und bescheiden sei er gewesen, aufrichtig und ehrlich und war damit nicht nur für Ulrich Weiß ein Vorbild.

Gemeinsam mit seinen Geschwistern Brigitte, Rolf und Holger und deren Familien wird er die Stauferstele stiften. Und damit nicht nur die Verbundenheit von Walter Weiß zu seiner Heimat zum Ausdruck bringen. Denn auch Ulrich Weiß hat eine ganz besondere Beziehung zum Hohenstaufen. Als junger Bauleiter im Unternehmen seines Vaters war seine erste Baustelle ein Feldweg von Wäschenbeuren auf den Hohenstaufen hinauf. Und ihm geht es "jedes Mal durch Mark und Bein, wenn ich von auswärts zurück komme und den Hohenstaufen sehe". Dass der dann auch noch die Stammburg eines Herrscherhauses ist, dessen Reich wahrhaft europäische Dimension hatte, ist für den 68-Jährigen quasi das Sahnehäubchen. Denn auf zahlreichen Reisen erlebt er immer wieder, "dass ich auf staufischen Spuren unterwegs bin". Und ist das einmal ausnahmsweise nicht der Fall, nimmt Ulrich Weiß auch gerne einen Umweg in Kauf - wie im Falle des Kyffhäusers in Thüringen.

Mit der Stiftung der Stele will die Familie auch ihre Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, dass der Vater die Kriegszeit gut überstanden hatte. Auch damals war er mit den Staufern konfrontiert - wenn auch im übertragenen Sinne: Die Nationalsozialisten hatten ihrem Überfall auf die Sowjetunion im Sommer 1941 den missbräuchlichen Denknahmen "Unternehmen Barbarossa" gegeben. Walter Weiß war damals schwer verletzt und zur Erholung nach Hause geschickt worden.

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