Göppingen Eine Probefahrt im City-Bus

Was sofort ins Auge sticht, sind die Maße des sogenannten Midi-Busses: Mit knapp acht Metern Länge ist er um zwei bis vier Meter kürzer als normale Linienbusse.
Was sofort ins Auge sticht, sind die Maße des sogenannten Midi-Busses: Mit knapp acht Metern Länge ist er um zwei bis vier Meter kürzer als normale Linienbusse.
Göppingen / JAKOB KOTH 20.04.2012
Vorgeschmack auf den City-Bus: Gestern Mittag konnten sich Bürger mit einer Probefahrt durch die Innenstadt von der möglichen neuen Buslinie überzeugen. Am 3. Mai wird im Gemeinderat entschieden.

"Eigentlich ganz hübsch", sagt ein Passant im Vorbeigehen, als er gestern das von der Firma Omnibusverkehr Göppingen (OVG) organisierte Probefahrzeug begutachtet. Was sofort ins Auge sticht, sind die Maße des sogenannten Midi-Busses: Mit knapp acht Metern Länge ist er um zwei bis vier Meter kürzer als normale Linienbusse. Das muss er auch, denn die geplante Route, sollte sich der Gemeinderat im Mai für die Innenstadt-Linie entscheiden, schließt auch schmale Straßen, wie die Schulstraße, mit ein. Gestern Abend wurde in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik über die Einführung des City-Busses beraten. Nicht jeder ist von dem neuen Konzept begeistert. "Es ist sowieso schon sehr laut hier, da habe ich Angst, dass es durch den Bus noch lauter wird", sagt Rentner Herbert Henksmeier, der in der Schulstraße wohnt, also direkt an der geplanten Route. Ganz anderer Meinung ist da Verkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke vom Landratsamt. Auch er nahm gestern an einer Probefahrt teil und ist optimistisch: "Die Motoren sind wirklich sehr leise, außerdem ziemlich emissionsarm. Mit dem City-Bus können vor allem auch die älteren Bürger ihren Einkaufsradius vergrößern", ist Wienecke überzeugt.

Wer sich gestern ein Bild gemacht hat, konnte unschwer erkennen, dass der Bus relativ flach auf der Straße liegt und jeder Einstieg mit einer Rollstuhl-Rampe versehen ist, so sollen auch gehbehinderte Menschen kein Problem haben, den neuen Bus zu nutzen.

"Mit der Linie wird auch das geplante Einkaufszentrum gut erreichbar sein und die Anwohner vom Bergfeld und Galgenberg erhalten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr", sagt Helmut Renftle, Verkehrs- und Tiefbauexperte der Stadtverwaltung Göppingen. Auch er nutzte gestern die Gelegenheit zu einer Probefahrt. Während der Bus sich durch die Straßen schlängelt, erfährt man von Renftle, dass bei einer tatsächlichen Einführung des Fahrplankonzepts noch einiges bedacht werden muss: "Wir wollen Erfahrungen sammeln und nachbessern, wo es nötig ist." Er betont auch, dass es ihm wichtig sei, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg zu entscheiden: "Wir wollen die Leute miteinbeziehen."

Wenn man sich im Innenraum des Midi-Busses befindet, gestern ein Testfahrzeug von Mercedes, merkt man den Unterschied zu den großen Linienbussen gleich: Nur zehn Sitz -und 30 Stehplätze sind verfügbar - was bei verschiedenen Herstellern aber variieren kann. Wenn dem Projekt zugestimmt wird, soll künftig die neue Linie 93 vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) kommend, durch die Kernstadt zum Stauferpark Süd/Galgenberg führen. Im Detail heißt das: Startpunkt am ZOB, dann durch die Kellereistraße, Hauptstraße und Schulstraße über den Kornhausplatz zur Poststraße und dann weiter Richtung Stauferpark Süd/Galgenberg. Damit wird die Kernstadt im Halbstundentakt angefahren. "Menschen, die mit der Linie 92 von der Innenstadt zur Klinik am Eichert fahren wollen, dürften sich dann über eine verkürzte Fahrtdauer freuen" erklärt Renftle. Denn künftig soll die Linie 92, vom ZOB kommend, nur über das Bergfeld bis zur Klinik am Eichert führen.

"Kleine Änderungen an der Route des City-Busses sind natürlich möglich", heißt es. So könne man sich eine Haltestelle am Schillerplatz vorstellen- so wäre auch derGöppinger Wochenmarkt besser erreichbar.

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