Göppingen Eine musikalische Reise

Neben Symphonie-Orchester und Big-Band war am Sommerkonzert auch der Chor beteiligt. Außerdem gab es spritzige Choreographien. Foto: Damm
Neben Symphonie-Orchester und Big-Band war am Sommerkonzert auch der Chor beteiligt. Außerdem gab es spritzige Choreographien. Foto: Damm
ANNEROSE FISCHER-BUCHER 09.08.2012
Spritzig-freche Choreographien und hochklassige Musik von Symphonie-Orchester, Big-Band und Chor bot das Sommerkonzert des Hohenstaufen-Gymnasiums in der Stadthalle.

Unter der Gesamtleitung von Christian Römer und Peter Joas ließen Big-Band, Sinfonieorchester, Chor der Unter-und Mittelstufe, Theater-AG und Sportgruppe des Göppinger Hohenstaufen-Gymnasiums im Großen Saal der Göppinger Stadthalle das Schuljahr ausklingen. Gäste aus St.Petersburg überreichten zum 20-jährigen Bestehen der Schulpartnerschaft mit dem Hogy an Schulleiterin Martina Wetzel eine Eule als Zeichen der Weisheit.

Das große Sinfonieorchester, bestehend aus den Orchestern des Hohenstaufen-Gymnasiums (Leitung Christian Römer) und des Freihofgymnasiums (Leitung Mathias Heger), spielte zu Beginn Friedrich Smetanas "Moldau". Die Liebe des Komponisten zu seiner böhmischen Heimat mit ihren sagenumwobenen Burgen, Liedern und Tänzen - ausgedrückt in einer musikalischen Reise entlang des Flusses - schimmerte im Musizieren besonders bei den Streichern in der Wiederholung des Moldau-Themas durch, die Dynamik war ausgefeilt und die Tempi klar strukturiert.

Die Big-Band (Leitung Peter Joas) setzte einen hübschen Akzent mit Musiktiteln der 60er Jahre in Arrangements wie "Hawaii Five", "Good times", "Wipe out" und "Cantaloupe Island", und das trotz Aderlass durch abgegangene Abiturienten. Aber auch die Neuen fügten sich bestens ins Ensemble und wurden vom Leiter einzeln vorgestellt. Höhepunkt war die wunderschöne Ballade "Song of Hayley" (Sax-Solo Max Hausmann) und bei "Wipe out" der Gag mit der Triangel. "Coco-Superstar", Songs mit szenischen Überleitungen (Leitung Sylvia Knapp und Gerald Schelle), handelt von einem Idol und der daran anknüpfenden Frage, was bei einer Auswahl wohl gerecht und ob Wahrheit immer echt sei. Nach der Verwerfung von Zeugnissen und Fachbereichen, die Möglichkeiten zum Spielen boten, konnte der Zuschauer als Quintessenz mitnehmen, was der Chor sang: Jeder hat seine eigene Begabung und wenn Du weißt, was Du willst, dann findest Du Deinen Weg. Quasi eine Ermutigung der Mitwirkenden an sich selbst und an die vielen Schüler im Publikum. Highlight des Abends war jedoch ein Schattenspiel der Sport-AG (Leitung Nadine Häfner): Eine witzige Reise durch die Welt in einzelnen Szenen in spritzig-frecher Choreographie. Das schwarz-weiß Medium eröffnet ganz andere Einblicke in Tanz oder Akrobatik gerade durch seine Reduktion.

Das Publikum konnte jeweils mitraten und erhielt auch gleich die Lösung per Projektion. Die Mitglieder der AG stellten alles mit ihren Körpern dar: Eiffel-Turm, Tower-Bridge, Freiheitsstatue, Brandenburger Tor, Mauerfall, eine Broadway- Szene, die drei Kaiserberge, Buchstaben, Macht-Ohnmacht, um nur einiges zu nennen. Ein höchst vergnüglicher Programmpunkt nicht nur für die Gäste aus St. Petersburg, die sich für den 20-jährigen Austausch bei Ursel und Walter Bader bedankten, sondern auch ein insgesamt gelungener Abend, der vom Publikum mit viel Beifall honoriert wurde.