Göppingen Liebeserklärung an Kirche und Stadt

Michael Görler vor der Göppinger Oberhofenkirche, die Hauptthema seines Kalenders ist.
Michael Görler vor der Göppinger Oberhofenkirche, die Hauptthema seines Kalenders ist. © Foto: Margit Haas
Göppingen / Margut Haas 02.11.2018
Der Künstler Michael Görler aus Nordrhein-Westfalen hat in Göppingen nicht nur ein touristische Anlaufstelle, sondern auch einen ungewöhnlichen Blick auf die Oberhofenkirche geschaffen.

Michael Görler kennt Göppingen und seine Umgebung besser als vielleicht mancher Göppinger. Der Hattinger und seine Familie machen bereits seit Mitte der Siebzigerjahre mehrmals im Jahr Urlaub in der Hohenstaufenstadt. Zuerst bei Görlers Schwiegereltern. „Seit einigen Jahren haben wir eine kleine Ferienwohnung im Göppinger Norden“. Er und seine Frau Marianne schätzen die Herzlichkeit der Schwaben und lieben die Landschaft, haben sie in unzähligen Wanderungen und Ausflügen mit dem Fahrrad oder den Inlinern immer wieder erkundet. Und immer wieder mit Begeisterung erlebt, „wie sich Göppingen weiterentwickelt und zum Positiven verändert hat“.

Mit seiner Frau ist Michael Görler begeistert vom „Sommer der Verführungen. So etwas gibt es bei uns nicht“. Als Künstler hat der Mann aus Nordrhein-Westfalen einen ganz besonderen Blick auf die Schönheiten der Landschaft und historischen Bauwerke. Er hält sie auf der Leinwand fest. „Ich male in Göppingen seit 1974.“ In den vergangenen zehn Jahren hat es ihn immer wieder zur Göppinger Oberhofenkirche gezogen. Sie hat er aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln skizziert und dabei Perspektiven geschaffen, die selbst Kenner der Kirche überraschen.

Zu sehen sind sie im Kalender „Gotik in Göppingen – Die Oberhofenkirche“, in dem er zwölf ungewöhnliche Detailansichten des Gotteshauses zusammengestellt hat. Als Kenner gotischer Formensprache ist er an Oberhofen insbesondere an den Details interessiert, die Spuren der Zeit zeigen. „Glattes, Restauriertes ist steril. Aber ursprünglich scharfe, von Wind und Wetter zerfressene Konturen, die sich auflösen, ziehen mich an“, so der freischaffende Künstler, der viele Jahre lang Karikaturist der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung war. Kleine Baldachine, die einst Figuren trugen, Drolerien am Haupteingang, die Symbole der vier Evangelisten – sie sind es, die die Vergänglichkeit deutlich machen und die dem Betrachter der Bleistiftzeichnungen den Blick auf die Kirche weiten. Den Bildern vermitteln die Liebe zum Detail und die Akribie des Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie, der an manchen Ansichten bis zu 100 Stunden gemalt hat.

Gotik in Göppingen

Den Kalender „Gotik in Göppingen“ gibt es im i-Punkt im Göppinger Rathaus, in der „Buch-Perle-Kostbar“ und in der Barbarossa-Buchhandlung.

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