Musikerpaare Auch nach 19 Jahren noch eine ganz besondere Spannung

„Olmpia & The Diners“: Gitarrist Timo Deininger (rechts) begleitet seine Frau, Sängerin Olimpia Casa, an der Gitarre.
„Olmpia & The Diners“: Gitarrist Timo Deininger (rechts) begleitet seine Frau, Sängerin Olimpia Casa, an der Gitarre. © Foto: artrevo
Eva Heer 29.09.2017
Die Sängerin Olimpia Casa und der Gitarrist Timo Deininger sind seit 19 Jahren ein Paar. Mit ihren Bands „Olimpia & The Diners“ und „Velvet“ stehen die beiden gemeinsam auf der Bühne.

Ihre Liebesgeschichte begann vor 19 Jahren – mit einer kleinen Schwindelei.  Olimpia Casa, damals schon bekannt und erfolgreich als Sängerin – mit ihrer Band Irean hatte sie im Jahr zuvor den Deutschen Pop-Preis gewonnen –  nahm, gemeinsam mit einem Pianisten, für die Möbelfirma „interstuhl“ einen Werbesong auf. Die Firma fragte an, ob die beiden nicht auf der Kölner Möbelmesse an deren Stand Barmusik spielen wollten. „Auf diese Art Musik hatte ich aber überhaupt keine Lust“, erzählt Olimpia Casa  lachend. Kurzerhand erfindet sie ihre eigene Coverband, die es zwar nicht gibt, aber für die Messe verpflichtet wird. Die Sängerin muss innerhalb weniger Tage Musiker auftreiben, eine Band zusammenstellen, proben.

Es gelingt. Unter den Musikern ist  Gitarrist Timo Deininger, der, unter anderen, auch in der Gothic-Rock-Band „Love like Blood“ spielt. „Wir konnten uns anfangs nicht so gut leiden“, sagt Casa: „Aber ich wusste, dass ihm musikalisch niemand das Wasser reichen konnte.“

In Köln wird schnell klar, wie gut sich die auf die Schnelle zusammengetrommelten Musiker verstehen; „Es war einfach nur schön und spannend“, sagt Casa. Bis heute treten die sechs fast in der Kölner Ur-Besetzung (Enza Jahn-Casa, Friedrich Kienle, Markus Sontheimer und Alex Sauer) mit ihrer Coverband „Velvet“ auf.

Klar wird aber auch, dass zwischen der Sängerin und dem Gitarristen eine besondere Spannung entsteht. Es dauert noch einige Monate, bis sie zusammenkommen. Schließlich gibt es ein ungeschriebenes, aber eisernes Gesetz, dass innerhalb der Band „nichts läuft“. Auf dem Fest zu Timo Deiningers Geburtstag beginnt, dem Gesetz zum Trotz,  ihre Romanze und beide erinnern sich noch genau an den Song, der mehrmals an diesem Abend läuft und seither eine besondere Bedeutung für sie hat: „New Noise“ von Refussed.

Seit 2004 sind  sie verheiratet, sie leben in Unterböhringen, sind seit knapp vier Jahren Eltern von David. Musik ist immer ein großer Teil ihres Lebens. Gemeinsam stehen sie mit „Olimpia & The Diners“ auf der Bühne, ebenso wie mit „Velvet“, zuvor mit der 2009 aufgelösten Band „Irean“. 

Beide gehen musikalisch auch getrennte Wege: Casa singt als Solistin, Deininger mischte in anderen Projekten mit:  in der Unplugged-Band „Rufftones“, im „Drommeldar-Trio“, in der Intrumentalformation „507 Available“. „Ich habe den ganz großen Wunsch, es irgendwann mit so richtig dunklem Gothic-Zeug wieder richtig krachen zu lassen“, sagt Deininger, der als leitender Oberarzt an der Göppinger Klinik am Eichert, der Familie und den bestehenden Musikprojekten zeitlich allerdings nah am Limit ist.

Außerdem produziert der 45-Jährige mittlerweile genauso gerne wie er Gitarre spielt: „Ich liebe es, im Studio aufzunehmen, zu experimentieren und ich hab’ diese Affinität zur Technik“, sagt er.  Olimpia dagegen brenne auf der Bühne „wie ein Feuer“. Casa: „Das stimmt. Ich will Gefühle auslösen, Menschen begeistern.“

Sie habe hohe Ansprüche an sich, beim Texten und beim Komponieren, denen will sie unbedingt gerecht werden, sagt die 42-Jährige. Und: „Ich bin so gerne Mutter! Es gibt keinen Applaus und keine CD-Verkaufszahlen, die mir geben, was David mir gibt.“   Für eine neue CD  von Olimpia & The Diners – das letzte Album „Spielraum“ erschien 2014 – möchte sie sich aus diesem Grund nicht unter Druck setzen und Zeit lassen.

20 Jahre ist ihr Kennenlernen im nächsten Jahr her. Was ist wichtig in so einer langen Partnerschaft? „Wie man mit dem Alltag, der Routine umgeht“, sagt Deininger. Feiern wollen sie den runden Jahrestag am liebsten mit einer großen Party in Köln. Dort, wo alles anfing.

Unsere Serie über Musikerpaare

Musikerpaare Musik verbindet  – nicht nur Völker, sondern auch zwei Menschen. Für unsere Serie haben wir Paare gesucht, die durch ihre Musik zusammengefunden haben und / oder als Paar gemeinsam auf der Bühne stehen. Dabei reicht die Palette von klassischer Musik über Pop/Rock bis zur Stubenmusik.