Inklusion Ein Stück Normalität und Begegnung im Alltag

Kinder mit und ohne Handicap haben gemeinsam gemalt und für ein Stück Normalität im Alltag gesorgt.
Kinder mit und ohne Handicap haben gemeinsam gemalt und für ein Stück Normalität im Alltag gesorgt. © Foto: Haas
Göppingen / Margit Haas 22.11.2018

„Muss ich jetzt die Knie malen?“, fragt ein Mädchen. „Du malst vom Popo bis zu den Knien“, bittet Angelina Kober-Buchholz sie. Die Künstlerin und Kunst-Assistentin aus Weißenstein gibt in einer der Mal-Werkstätten der Volkshochschule Tipps, damit am Ende auch ein lustiges Malmonster entsteht. Sie hat große Papierblätter gefaltet, und die Kinder malen immer nur einen Teil des Körpers, der dann weggeklappt wird. Zum Schluss kommen tatsächlich farbenfrohe Figuren heraus, mit bemerkenswerten Schuhen, ausgefallenen Kleidern und nicht zu übersehenden Frisuren.

Es sind Kinder mit und ohne Handicap, die an diesem Nachmittag gemeinsam ihren Spaß haben und in dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt kreativ sind. „Wir haben das Konzept des Malworkshops gemeinsam mit der Lebenshilfe Göppingen erarbeitet“, sagt Petra Schmidt, pädagogische Mitarbeiterin in der Göppinger Familienbildungsstätte Haus der Familie. Seit einigen Jahren gibt es die gemeinsamen inklusiven Angebote für Kinder und Jugendliche. Sie haben zusammen Sport oder Musik gemacht, gekocht oder Theater gespielt und sind jetzt künstlerisch kreativ unterwegs.

Resultate werden ausgestellt

Einmal im Monat haben sie sich getroffen und unter der Anleitung von Angelina Kober-Buchholz gemalt und geklebt. Die Resultate werden in den kommenden Wochen im Haus der Familie zu sehen sein. „Wir bekommen hier neue Impulse“, freut sich Jaclyn Fleischer. Die Erzieherin vom Schülerhort „Schüli“ in der Göppinger Hohenstaufenstraße hat das Angebot, mit ein paar Kindern an dem gemeinsamen Projekt teilzunehmen, begeistert aufgenommen. „Dieser Ort ist wie geschaffen für eine gemeinsame Aufgabe. Er ist ein Ort der Begegnung für Kinder mit ganz unterschiedlichen Fähig- und Fertigkeiten.“

Sie beobachtet, dass „die Kinder ganz unbefangen miteinander umgehen“, dass sie also „Normalität“ leben. Die erfahrene Erzieherin weiß, dass „solche Begegnung im Alltag unserer Kinder kaum stattfindet“. Deshalb sei der Workshop „für uns eine schöne und bereichernde Zeit“.

Als alle Malmonster fertig gemalt sind, werden die Stifte beiseite geräumt und die Kinder spielen am letzten Nachmittag ihres gemeinsamen Projektes miteinander. Und hoffen, dass es bald wieder ein inklusives Angebot gibt.

Info Ausstellungseröffnung ist am kommenden Freitag um 17 Uhr in der Villa Butz, Mörikestraße 17 in Göppingen. Weitere Informationen zu inklusiven Angeboten bei Petra Schmidt, Tel. (07161) 960 5115 oder schmidt@hdf-gp.de.

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