Rettungsdienst KOMMENTAR Dirk Hülser: Schon lange überfällig

Kreis Göppingen / Dirk Hülser 19.01.2018

Das ist eine gute Nachricht – vor allem für die Bewohner im östlichen Schurwald und im Norden des Landkreises: Das Rote Kreuz will bald eine zweite Rettungswache im Stadtgebiet von Göppingen in Betrieb nehmen. Denn bislang ist der Notarzt lange – oft zu lange – unterwegs, um von der Klinik am Eichert nach Adelberg, Wäschenbeuren, Maitis oder Lenglingen zu gelangen. Dieser Schritt zur besseren Erstversorgung war schon lange überfällig.

Was aber gern vergessen wird: Bei Herz- oder Atemstillstand ist der Notarzt eigentlich immer zu spät – denn hier geht es um Sekunden. Umso wichtiger ist es für jeden, fit in Erster Hilfe zu sein, um schnell reanimieren zu können und so Leben zu retten. Auch das Konzept der Ersthelfer vor Ort ist hilfreich, kann aber die rasche Hilfe durch Angehörige im Notfall auch nur bedingt ersetzen.

So erfreulich nun die Ankündigung, eine neue Rettungswache zu bauen, ist: Den Menschen auf der Alb nützt sie nichts. Auch nach Gruibingen oder Wiesensteig ist der Notarzt zu lange unterwegs. Allerdings ist auch klar, dass es nie gelingen wird, dass die Rettungsprofis binnen kürzester Zeit jeden Ort erreichen. Das wäre logistisch nicht machbar und auch nicht finanzierbar.

Dennoch ist jede Verbesserung erfreulich – weil sie Leben rettet.