Integration Ein großes Volksfest der Kosovaren in der Göppinger Stadthalle

Der Albanische Kulturverein feierte das neunte Jahr kosovarischer Souveränität auch mit Folklore.
Der Albanische Kulturverein feierte das neunte Jahr kosovarischer Souveränität auch mit Folklore. © Foto: David Stellmacher
Göppingen / DAVID STELLMACHER 22.02.2017

Während der recht junge Staat Kosovo auf internationalem Parkett bis heute von manchen Ländern nicht vollständig anerkannt wird und deshalb für Meinungsverschiedenheiten in der europäischen Diplomatie sorgt, waren bei der großen Feier in der Göppinger Stadthalle alle Gäste vereint in ungetrübter Feierlaune. Zu der Veranstaltung, die der Albanische Kulturverein „Mutter Teresa“ aus Göppingen organisiert hatte, kamen auch prominente Vertreter aus Politik und Gesellschaft und viele befreundete albanische Kulturvereine aus dem ganzen Land.

Auf wie viel Zuspruch die große Feier innerhalb der albanischen Community stieß, zeigte sich dabei auch an der vollen Stadthalle. Von den rund 400 Plätzen blieben nur sehr wenige unbesetzt. Leitbild der Feier war dabei das Thema „Neun Jahre Kosovo – Danke, Deutschland“, das den Einheimischen vor allem die Dankbarkeit für die deutsche Unterstützung des Kosovos deutlich machen sollte. Sei es durch die deutsche Beteiligung am KFOR-Einsatz, durch die Aufnahme vieler Kosovaren oder durch politische Lobbyarbeit. „Wir haben immer die Hoffnung auf ein Morgen gehabt, weil die humane Welt auf unserer Seite war“, unterstrich Jahja Gashi, Vorsitzender des Albanischen Kulturvereins. Für die rund 220 Göppinger mit kosovarischem Pass sei deshalb auch das mittlerweile neunte Jahr der Kosovo-Unabhängigkeit etwas Besonderes. „Dieser Tag ist für uns ein großes Volksfest, wo wir auf alle Generationen vor uns und nach uns blicken.“

Und tatsächlich bildete das bunte Programm der Veranstaltung die Vielfalt der kosovarisch-albanischen Gemeinschaft ab. Vor allem bei den folkloristischen Tanzeinlagen wussten die Tänzer zumeist jüngeren Alters das Publikum auf ihrer Seite.

Über das gemeinsame Feiern hinaus gaben die Veranstalter auch politischen Themen Raum. Schließlich war eigens für die Feier der kosovarische Konsul Blerim Canaj angereist, um sich – getreu dem Motto „Danke, Deutschland – für die politische Unterstützung zu bedanken. Landtagsabgeordneter Alex Maier (Grüne) indes betonte die Verdienste des albanischen Kulturvereins für die Integrationsarbeit vor Ort und stellte heraus: „Der Verein leistet seit Jahren eine vorbildliche Arbeit.“Die Anliegen des westlichen Balkans seien der Landesregierung ein Anliegen, unterstrich Maier, der den Saal außerdem mit einem „Unabhängigkeits-Selfie“ begeisterte und die Zuschauer zum gemeinsamen Jubeln von den Plätzen riss.

Die Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens (SPD) hob besonders den lebendigen Austausch mit den Gruppen hervor. Das Engagement des Vereines sei „ein wunderbares Beispiel dafür, wie eine Verbindung von alter und neuer Heimat gelingen kann“. Hinsichtlich aktueller Debatten um die doppelte Staatsbürgerschaft sei dieses Vorleben zweier Identitäten sehr wichtig.

Auch in der kosovarischen Heimat stieß das Konzept der Veranstaltung auf Interesse – ein eigens angereister Fernsehteam aus dem Kosovo begleitete die Veranstaltung.

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