Göppingen Ein ganzes Netz durchzieht Europa

MARGIT HAAS 11.06.2012
Ein ganzes Netzwerk von Stauferstelen zeigt die Dimension des Herrschaftsbereiches im Mittelalter. Jetzt wird auch eine Stele in Göppingen eingeweiht.

Was zunächst als einzelnes Erinnerungsmal gedacht war, hat sich zwischenzeitlich zu einem Projekt mit wahrhaft europäischen Ausmaßen entwickelt. 1999 hatten sich Manfred Hartmann, Gerhard Raff, Karl-Heinz Rueß und Walter Ziegler mit dem Stuttgarter Bildhauer Markus Wolf auf dem Hohenstaufen getroffen. Ein Denkmal zum 750. Todestag des Stauferkaisers Friedrich II. sollte entstehen - an seinem Sterbeort Fiorentino in Apulien. Die Form war schnell gefunden: "Es konnte nur ein Achteck sein", stellt Walter Ziegler fest. Ein Achteck in Anlehnung an Friedrichs Castel del Monte und an die deutsche Kaiserkrone, die durch ein goldenes Band symbolisiert wird. Die Frage der Finanzierung war Dank eines Sponsors geklärt.

An die Einweihung dieser ersten Stele am Todestag des Kaisers erinnern sich Karl-Heinz Rueß und Walter Ziegler noch genau - "an eine erhebende Zeremonie mit einer ganz besonderen Stimmung". Schnell war daraus der Gedanke geboren, auch auf dem Hohenstaufen eine Stele zu errichten. Der 750. Geburtstag des letzten Staufers Konradin und der 50. des Landes Baden-Württemberg waren 2002 dafür gewählt worden. "Hier entstand die Idee, an allen Stätten mit einer staufischen Vergangenheit an sie mit einer Stele zu erinnern", so Ziegler. Tatsächlich überzieht ein ganzes Netz von "Stelenorten" Europa. Es reicht von Apulien und Österreich über das Elsass und das staufische Kernland nach Weinsberg und Bad Wimpfen.

Die Göppinger Stele, die am Freitag eingeweiht wird, wird die 17. sein. Weitere folgen. Auch sie ist privat finanziert worden. Denn Gerhard Raff vom Komitee der Stauferfreunde hat viele Kontakte und findet immer wieder Menschen, die dazu beitragen, die staufische Vergangenheit lebendig zu halten. An der jeweiligen Stauferstätte sucht das Komitee dann einen "Ort, der repräsentativ ist", erläutert Ziegler.

In der klassizistischen Innenstadt findet sich der nicht - vielmehr kann die Stele nur bei der Oberhofenkirche errichtet werden. "Sie war die Pfarrkirche zur staufischen Zeit", bekräftigt Ziegler. Sind die Stelen in ihrer Grundform immer gleich, beziehen sich die Inschriften immer auf den Aufstellungsort, warten nicht selten mit neuesten historischen Erkenntnissen auf. Die Göppinger Stele wird an Barbarossa erinnern und an seine 1154 "apud Geppingin" ausgestellte Urkunde. Ein weiteres Thema ist Konrad von Staufen und Waldhausen, der dem Kloster Adelberg einen Pfleghof in Göppingen schenkte. An die gemeinsame staufische Vergangenheit erinnern die von Markus Wolf in Stein gemeißelten Inschriften zu Foggia und Klosterneuburg. Am Sockel wird auf die Stifter verwiesen. Die Familie Weiß stiftet die Stele in Erinnerung an den 2008 verstorbenen Vater und Großvater Walter Weiß.